Achtung Teilzeit – die SPÖ Frauen informieren über unerwünschte Nebenwirkungen

LHStv. und Familienreferent Hiesl wartete gestern mit einer bedenklichen Studie auf: Frauen in Oberösterreich tendieren vermehrt zu Teilzeitarbeit. Was nicht in der Studie thematisiert wurde – die negativen Folgen von Teilzeitarbeit. Teilzeit ist in bestimmten Lebenssituationen für viele Frauen eine sinnvolle Alternative, aber sie hat auch gravierende Nebenwirkungen, warnen die SPÖ Frauen Oberösterreich. „Oft vergisst frau: weniger Einkommen während des Erwerbslebens bedeutet automatisch weniger Geld in der Pension – Altersarmut ist oft die Folge“, so LAbg. Sabine Promberger, Landesfrauenvorsitzende der SPÖ Frauen OÖ und Frauensprecherin im Landtags-Klub.
 
Die Ungleichheiten am Arbeitsmarkt kommen oft daher, dass die Frage der Vereinbarkeit von Beruf und Familie fast ausschließlich Frauen gestellt wird. „Oberösterreichs Frauen entscheiden sich deshalb für Teilzeitarbeit, weil die Wahlmöglichkeiten bei der Kinderbetreuung fehlen. Sie haben es oft genug erlebt, dass sie vom Kindergarten zum Arbeitsplatz und wieder retour hetzen. Und wenn der Kindergarten um 12.00 schließt und ich erst um 16 Uhr zu arbeiten aufhöre, bekomme ich das Problem, dass mein Kind in dieser Zeit unbetreut ist – da stellt sich die Frage nicht, ob ich eine Teilzeit- oder Vollzeitstelle annehme“, weiß Promberger. Die Landesfrauenvorsitzende hält auch an der Forderung nach mehr und geeigneten Kinderbetreuungseinrichtungen mit Rechtsanspruch auf einen entsprechenden Platz, Ganztagsschulen und Pflegeplätzen für ältere Menschen, damit junge Eltern mit Betreuungspflichten besser bei ihrer Berufstätigkeit unterstützt werden, fest.
 
„Ins allgemeine Bewusstsein kommen muss auch eine Familienpolitik, die partnerschaftlich orientiert ist und die Beteiligung für Väter fördert. Wir müssen die Männer ins Boot holen und damit die familiär bedingten Benachteiligungen für Frauen am Arbeitsmarkt aufbrechen. Der mehrmonatige Berufsausstieg nach der Geburt eines Kindes ist zumutbar, sowohl für Unternehmen und für Väter. Das wäre auch der Einstieg in eine verpflichtende Aufteilung der Karenzzeiten, in der sich Eltern die Kinder-Auszeit teilen müssen und nicht nur sollen. Dadurch reduziert sich die Länge der Berufspause von Müttern und ermöglicht Vätern den Umstieg in die Babypause. Personalchefs können sich dann nicht mehr darauf ausreden, dass sie in der Weiterbildung nur auf Männer setzen können, weil sie dem Unternehmen ohne Berufsunterbrechungen zur Verfügung stehen“, betont LAbg Sabine Promberger. Darüber hinaus rückt die Landesfrauenvorsitzende die Diskussion um das Thema der gerechten Aufteilung der bezahlten und unbezahlten Arbeit in den Mittelpunkt.