Verleihung des Johanna-Dohnal-Preises 2014

Der Johanna-Dohnal-Preis wird seit 2004 an junge Wissenschaftlerinnen vergeben, die in für Frauen (noch) untypischen Bereichen oder an feministischen Themen forschen oder arbeiten. Seit 2006 werden, wenn auch nicht jährlich, zusätzlich Johanna-Dohnal-Stipendien vergeben, die es einer Studentin ermöglichen sollen, ein halbes Jahr an einem Dissertationsprojekt zu forschen oder zu schreiben. Jedes Jahr werden für den Förderpreis Stifterinnen und Stifter gesucht und gefunden, die junge aufstrebende Frauen im Sinne von Johanna Dohnal unterstützen. Damit konnten bereits 46 Frauen ausgezeichnet und unterstützt werden.
 
Zorica – Iva Siročić erhält Johanna-Dohnal-Stipendium
Laudatio: Gabriella Hauch
Zorica – Iva Sirocic erhält für ihr Dissertations-Projekt "Von der Graswurzelbewegung zum "bürokratischen Aktivismus": Der Einfluss externer Förderungen auf die feministischen Bewegungen in Slowenien, Kroatien und Serbien." das Johanna-Dohnal-Stipendium. Die Ausgangsthese der Dissertation lautet, dass die feministischen Organisationen von externen Fonds abhängig waren. Zorica – Iva Sirocic stellt daraufhin die Frage, wie sich das hierarchische Geber-Nehmer Verhältnis in Bezug auf die Inhalte und die Organisationsformen der feministischen Gruppen auswirkte. Mit Zorica – Iva Sirocic widmet die Jury das Johanna-Dohnal-Stipendium einer vielversprechenden Nachwuchswissenschaftlerin.
 
Ilona Grabmaier erhält Johanna-Dohnal-Förderpreis
Laudatio: Elisabeth Holzleithner
Ilona Grabmaier wurde für ihre Masterarbeit "Männlichkeit in der Krise? – Die ritualisierte Konstruktion und Reproduktion hegemonialer Männlichkeitsvorstellungen am Beispiel des Krampuslaufes in Dorfgastein" ausgezeichnet. Grabmaier geht in ihrer Masterarbeit der Frage nach, welche Transformationsprozesse der steigenden Zunahme von vermeintlich alten Bräuche zu Grunde liegen. Anknüpfend an Erkenntnisse der anthropologischen Männerforschung überlegt die Autorin, ob die Zunahme an Krampuspassen in Dorfgastein als Reaktion auf und Anpassung an eine von Männern erfahrene Krise verstanden werden kann.
 
Marty Huber erhält Johanna-Dohnal-Förderpreis
Laudatio: Elisabeth Holzleithner
Für ihre Dissertation "Queering Gay Pride. Zwischen Assimilation und Widerstand" erhielt Marty Huber den Förderpreis. Marty Huber hat sich mit Queer-Paraden in mehreren Ländern auseinandergesetzt und sie im Hinblick auf Prozesse der Kommerzialisierung, Normalisierung und Disziplinierung untersucht.
 
Claudia Sorger erhält Johanna-Dohnal-Förderpreis
Laudatio: Brigitte Ratzer
Claudia Sorger erhielt für ihre Dissertation "Wer dreht an der Uhr? Geschlechtergerechtigkeit in der Arbeitszeitpolitik der Gewerkschaften" den Förderpreis. Die Dissertation behandelt die Verteilungsfrage bezahlter und unbezahlter Arbeit und stellt sich die Fragestellung, wie Geschlechtergerechtigkeit über Arbeitszeitpolitik erreicht werden kann.
 
Waltraud Schütz erhält Johanna-Dohnal-Förderpreis
Laudatio: Maria Mesner
Maria Mesner überreichte Waltraud Schütz für ihre Diplomarbeit "…, dass sich beide Ehegatten ein liebloses und kränkendes Verhalten zuschulden kommen ließen." Ehekrisen und Scheidungen zwischen 1945 und 1950 in Wien" den Johanna-Dohnal-Förderpreis. Waltraud Schütz fragt in ihrer Arbeit welche Verhaltensweisen gelten mussten, um einen Schuldigen oder eine Schuldige zu finden. Sie richtete dabei ihr forschendes Interesse auf eine geschlechterpolitisch sehr sensible Zeit. Der forschende Blick, den Waltraud Schütz gerade auf diese Zeit wirft, ist lohnend und lehrreich im Hinblick auf die Geschlechterverhältnisse – über die Zeit, die ihren Fokus bildet, weit hinaus.
 
Fotos der Veranstaltung finden Sie unter http://bdb.bmbf.gv.at/
 

 

Foto: Georg Stefanik/HBF