Regner: „Equal Pay Day ist ein trauriger Anlass“

"Gläserne Decke durchbrechen" – SPÖ-Europaabgeordnete kritisiert Blockade der Frauenquote in Aufsichtsräten

Statistisch gesehen arbeiten Frauen in Österreich ab heute gratis bis zum Jahresende, um jenes Einkommen zu erreichen, das Männer mit dem heutigen Tag bereits haben. "Es ist wieder soweit. Der Equal Pay Day führt uns einmal mehr die enormen Einkommensunterschiede bei Gehältern zwischen Frauen und Männern vor Augen – ein trauriger Anlass", betont Evelyn Regner, geschäftsführende Delegationsleiterin der SPÖ im Europäischen Parlament, am Freitag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst.

"Es muss noch viel mehr getan werden, um die Lohnschere endlich zu schließen – sowohl in Österreich als auch auf europäischer Ebene", kritisiert Regner die weiter bestehenden Einkommensunterschiede. Ende 2013 brachte Regner als Hauptverhandlerin des EU-Parlaments die Richtlinie zur Frauenquote in Aufsichtsräten zur erfolgreichen Abstimmung. "Die rund 5.000 börsennotierten Unternehmen sollen einen 40-prozentigen Frauenanteil in den Aufsichtsräten erreichen. Das Parlament hat sich daher klar für faire und transparente Verfahren bei der Postenbesetzung ausgesprochen. Seither blockieren einige Mitgliedstaaten im Rat, darunter auch Deutschland, die Umsetzung der Richtlinie", erklärt die SPÖ-EU-Abgeordnete.

"Maßnahmen für Einkommensgerechtigkeit müssen an den unterschiedlichsten Ebenen angesetzt werden, von der Familienpolitik bis hin zu den Führungsetagen großer Unternehmen. Wir müssen auch von den Besten lernen, hier denke ich zum Beispiel an Slowenien. Ich sehe, dass sich etwas bewegt, aber noch lange nicht genug", so Regner.