Partnerschaft mit geteilter Verantwortung für Kinder ermöglichen

Wichtigste Maßnahme: Gleichzeitigen Bezug von Kinderbetreuungsgeld erlauben.
 
Es gibt bereits jetzt schon sehr viele Frauen und Männer, die sich eine kürzere, vollzeitnahe Arbeitszeit bei ausreichender Verdienstmöglichkeit und gleichbleibenden Karrierechancen wünschen und das schon mit sehr kleinen Kindern. „Es muss für Frauen und Männer möglich sein, neben ihrer beruflichen Tätigkeit auch für andere wesentliche Dinge des Lebens Zeit zu haben. Sei es die Möglichkeit einer politischen Teilhabe, einer ehrenamtlichen Tätigkeit oder die Gründung einer Familie – ein Leben auch neben der Arbeit muss möglich sein – dafür muss die Politik die gesetzliche Grundvoraussetzung schaffen. Nur so werden wir rückläufigen Geburtenraten entgegen wirken können“, ist Riezler überzeugt und ergänzt: „Neben dem zeitweisen Rückzug aus dem Beruf muss auch diese Wahlmöglichkeit gegeben sein. Dazu brauen wir Maßnahmen, die über die aktuellen Wünsche an einer Reform des Kinderbetreuungsgeldbezugs hinausgehen.“

Die SPÖ Frauen werden daher bei der Bundesfrauenkonferenz im November einen entsprechenden Antrag einbringen: Analog zum Mutterschutz sollen zwei bezahlte Papamonate ermöglicht werden. Dies soll auch für gleichgeschlechtliche Paare gelten. Der daran anschließende gleichzeitige Bezug von Kinderbetreuungsgeld für Mutter und Vater soll bei einer Reduzierung der Arbeitszeit von beiden um mindestens 25% und maximal 50% möglich sein. „Ein Anreizsystem für diese Form des partnerschaftlichen Familienlebens kann durch einen Partnerschaftsbonus von 20% ermöglicht werden. So werden der Totalausstieg aus dem Berufsleben und ein Zurückfallen in alte Rollenbilder vermieden“, berichtet LAbg. Riezler. „Gerade für selbständige Frauen ohne MitarbeiterInnen ist das zwingend notwendig, sie können nicht einfach ihr Unternehmen zusperren, sie können die Arbeitszeit nicht massiv zurückfahren“, informiert Riezler weiter.

Verbesserung der Elternteilzeit und Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung

Elternteilzeit soll künftig für alle unselbstständig Beschäftigten möglich werden. Dazu kommt, dass eine Reduktion auf 30-32 Wochenstunden pensionsrechtlich als Vollzeit gewertet werden soll, bis das Kind das zehnte Lebensjahr vollendet hat. Etwaige Einkommenseinbußen können dabei kollektivvertraglich begrenzt werden.

Kinder sollen vom neuen Modell gleich doppelt profitieren: Mehr Zeit mit ihren Eltern bei gleichzeitiger Stärkung der frühkindlichen Pädagogik – so die Forderung der SPÖ Frauen Salzburg. „In der Vergangenheit konnten wir den freien Bildungszugang in den Schulen ermöglichen. Heute müssen wir noch einen Schritt weiter gehen. Bildung – auch in institutionalisierter Form – beginnt heute schon wesentlich früher. Daher fordern wir weiterhin einen Rechtsanspruch auf eine qualitative, ganzjährige, beitragsfreie Bildung für alle Kinder“, so Riezler.

Flächendeckende verschränkte Ganztagsschule

„Wenn Kinder von der Schule nach Hause kommen, müssen sie meist noch stundenlang Hausaufgaben machen. Nur selten haben Kinder dabei das Privileg, dass Eltern ihnen die Hilfe geben können, die sie dabei brauchen“, informiert LAbg. Riezler. Eine verschränkte Form der Ganztagsschule, bei der Kinder die notwendige Abwechslung aus sportlicher Tätigkeit, der Vermittlung von Wissen, einem breiten Angebot an kreativen Elementen und eine gesunde Ernährung erhalten, ist daher immer noch die optimalste Lösung für alle Beteiligten. „Wenn die Kinder dann von der Schule und die Eltern von der Arbeit nach Hause kommen, können Sie Zeit füreinander finden. Dadurch wird auch wieder ein Familienleben möglich“, ist Riezler überzeugt.

Die im Regierungsübereinkommen des Bundes vorgesehene Parallelklasse in verschränkter Form darf in Zukunft nicht mehr durch die Schulpartner verhindert werden können. Selbstverständlich darf auch die Ganztagsschule in Zukunft nichts mehr kosten, damit sie für die Eltern leistbar wird, damit sie ihre Kinder überhaupt hinschicken können.

„Junge Menschen, die eine Familie planen, brauchen eine verlässliche Zukunftsperspektive. Sie brauchen die Gewissheit, dass sie ohne Nachteile beides haben können, Beruf und Familie“, so Riezler abschließend.