Die Lohnschere schließen!

Yildirim: „Frauen haben ein Recht auf ein leistungsgerechtes Einkommen“

Frauen, die das ganze Jahr Vollzeit arbeiten, verdienen in Tirol um 25,8% weniger als Männer. Damit fällt der Equal Pay Day, jener Tag, ab dem Frauen statistisch gesehen bis zum Jahresende „gratis“ arbeiten, heuer auf den 29. September.
„Im Vergleich zum Vorjahr haben die Frauen zwei Tage gutgemacht, im Bundesländervergleich liegt Tirol allerdings konstant auf dem drittletzten Platz“, schildert Selma Yildirim, Frauenvorsitzende der SPÖ Tirol.
Die SPÖ-Frauen haben sich heute eine Krawatte umgebunden, um unter dem Motto „Lohnschere schließen“ auf die nach wie vor bestehenden Lohnunterschiede aufmerksam zu machen.
„Dafür, dass Frauen und Männer, die die gleiche Arbeit leisten, auch beim Lohn gleichberechtigt sein sollen, wäre eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Die von Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek vorangetriebene Transparenzmachung von Leistung und Entlohnung soll hier Bewusstsein schaffen. Wir sind auf einem guten Weg und arbeiten an der Weiterentwicklung“, schildert Yildirim.
Verpflichtende Einkommensberichte und Gehaltsangaben in Stelleninseraten sind ein Teil. Eine Aufgabe besteht darin, Kollektivverträge auf versteckte Diskriminierungen zu prüfen. Hier kommt auch den Gewerkschaften eine wichtige Rolle zu. So wäre zB eine bessere Anrechnung von Elternkarenzzeiten in den Kollektivverträgen ein Ziel. Zusätzliche Maßnahmen zur Förderung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie würden ebenfalls einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung bedeuten.
„Wichtig ist, dass das Thema Gehalt offen angesprochen wird. Wenn die Zahlen am Tisch liegen, können die Unterschiede am ehesten erkannt und behoben werden. Wenn Frauen über ihre Möglichkeiten Bescheid wissen, können sie selbstbewusst ein faires Gehalt fordern, denn wir alle haben ein Recht auf ein leistungsgerechtes Einkommen“, fordert Yildirim.
 

Foto: SPÖ Tirol/Hitthaler