OECD-Bildungsstudie – Für Grossmann „positives Feedback und Ansporn für weitere Reformen“

Verbesserungen bei AkademikerInnenquote und Elementarpädagogik – Schwachstelle Bildungsmobilität

Ein weitgehend positives Feedback für Österreichs Bildungssystem sieht SPÖ-Bildungssprecherin Elisabeth Grossmann in der heute, Dienstag, veröffentlichten OECD-Bildungsstudie "Education at a glance": "Generell sind die Österreicherinnen und Österreicher gut ausgebildet und haben ein hohes Ausbildungsniveau bei niedriger Jugendarbeitslosigkeit. Messbare Verbesserungen gibt es im Bereich Elementarpädagogik und bei der AkademikerInnenquote." Problematisch bleibe freilich der in Österreich starke Zusammenhang zwischen Bildungsstatus der Eltern und der Kinder – "das muss Ansporn für weitere Entwicklungsschritte sein". Mehr Effizienz brauche es beim Einsatz der Mittel für Bildung, sagte Grossmann.

Der überdurchschnittlich hohe Anteil an Menschen, die zumindest die Sekundarstufe II abgeschlossen oder einen berufsbildenden Abschluss auf diesem Niveau haben, sowie die geringe Jugendarbeitslosigkeit zeigen für Grossmann "das hohe Ausbildungsniveau im Land sowie die hervorragende Berufsausbildung". Hier gehört Österreich zum Spitzenfeld der OECD, gleichzeitig ist der Anteil der NEETs (Neither Employed nor in Education or Training, 15-29-Jährige) deutlich unter dem OECD-Schnitt und seit 2008 sogar zurückgegangen, erläutert Grossmann.

Absolut erfreulich sind für Grossmann die Verbesserungen bei der Elementarpädagogik – deutlich mehr Kinder besuchen solche Einrichtungen und Österreich nähert sich bei den 3-Jährigen dem OECD-Schnitt an – "ein Erfolg des massiven Ausbaus von Kinderbetreuungseinrichtungen durch die SPÖ-geführte Regierung", betont Grossmann. Ein weiterer positiver Befund der Studie sei die gestiegene AkademikerInnenquote.

Wie schon in den Jahren davor übt die OECD auch diesmal Kritik an der mangelnden Bildungsgerechtigkeit. "Bildung wird in Österreich nach wie vor vererbt – noch immer bestimmt das Ausbildungsniveau der Eltern stark den Bildungsweg der Kinder", so Grossmann. Eine wichtige Maßnahme für mehr Bildungsgerechtigkeit sei die Offensive bei der Ganztagsschule – "sie ermöglicht bessere individuelle Förderung und kann so soziale Benachteiligungen abbauen helfen", so die SPÖ-Bildungssprecherin. Für Grossmann ist außerdem klar: "Die frühe Selektion der Kinder ist pädagogisch nicht wertvoll und zementiert soziale Benachteiligungen ein."

Ein weiterer Kritikpunkt im OECD-Bericht sind die Kosten für Bildung, die über dem OECD-Schnitt liegen. Dieser Befund habe, so Grossmann, "zwei Seiten: Einerseits ist es positiv, dass Österreich viel in Bildung investiert – nicht zuletzt durch die kleineren Klassen und das bessere Betreuungsverhältnis. Andererseits braucht es auch mehr Effizienz beim Einsatz der Mittel. Diese müssen zielgerichtet im Klassenzimmer ankommen. Hier setze ich stark auf die Bund-Länder-Gruppe, die konkrete Reformvorschläge liefern soll", so die SPÖ-Bildungssprecherin.

 

Foto: Parlamentsdirektion/SIMONIS