Heinisch-Hosek: Österreich hat in wichtigen Bereichen der Bildung aufgeholt

Bildungsministerin präsentiert Österreich-Ergebnisse der OECD-Studie "Education at a Glance"

Die heute in Paris präsentierte Studie OECD Studie "Education at a Glance" beleuchtet bildungspolitische Fragen aus einer internationalen Perspektive. Die 34 Mitgliedsländer, darunter auch 21 EU-Länder sowie 9 Nicht-Mitgliedsländern nehmen an der Studie teil.

Die Studie bestätige Trends, die wir schon in den letzten Jahren gesehen haben, erklärt Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek. "Österreich hat sich in vielen Bereichen deutlich verbessert, vor allem bei der Berufsbildung sind wir top", so Heinisch-Hosek. Auch dass Österreich gut durch die Krise komme, zeigten die Ergebnisse der Studie, so Heinisch-Hosek. "Wir haben eine sehr niedrige Arbeitslosenrate, quer über alle Bildungsabschlüsse. Hier gehören wir zu den besten in der OECD."

Die Studie zeige auch, dass Österreich viel in die Bildung investiere, bei den Ausgaben aber mehr Effizienz gefragt sei. In diesem Zusammenhang verwies die Ministerin auf eine bundesweite Taskforce zum Thema indexbasierte Schulfinanzierung, die in der vergangenen Woche ihre Arbeit aufgenommen hat und Vorschläge für bundesweite Rahmenbedingungen erarbeiten soll.

Die Ergebnisse im Detail

* ÖsterreicherInnen sind gut ausgebildet – besonders bei Berufsbildung top Österreich gehört bei jenen, die einen berufsbildenden Abschluss haben, zum Spitzenfeld in der OECD. 58% der ÖsterreicherInnen haben einen berufsbildenden Abschluss auf Niveau der Sekundarstufe II. "Der OECD Durchschnitt beträgt 33%, hier liegen wir im absoluten Spitzenfeld. Das trägt dazu bei, dass Österreich eine vergleichsweise gute Arbeitsmarktlage hat", erklärt Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek. Erfreulich sei, dass sich Österreich auch bei elementarpädagogischen Einrichtungen deutlich gesteigert habe. 65% der 3-Jährigen besuchen einen Kindergarten (seit 2005 +18%, OECD: 70%), bei den 4-Jährigen sind es 91% (seit 2005 +9%, OECD: 84%). Der Kindergarten sei die erste Bildungseinrichtung, so Heinisch-Hosek. "Der Kindergarten legt den Grundstein für einen guten Start in die Bildungslaufbahn. Das Ergebnis macht deutlich, dass wir uns in die richtige Richtung entwickeln."

Die AkademikerInnenquote ist von 14% (2000) auf 20% gestiegen, wobei hier noch Aufholbedarf bestehe, erklärt Heinisch-Hosek. Es habe sich aber gezeigt, dass Jüngere stärker aufholen und mit einer Hochschulquote von 39% im OECD-Schnitt liegen. Im OECD Schnitt beträgt die Quote jener Menschen, die zumindest Sekundarstufe II abgeschlossen haben bei 75%, Österreich konnte sich seit 2000 um 7% steigern und liegt bei 83%.

* Österreich kommt weiter gut durch die Krise "Österreich bereitet die Jugendlichen besonders gut auf den Arbeitsmarkt vor. Der Anteil jener, die weder in Ausbildung noch in Beschäftigung sind, liegt deutlich unter dem OECD-Schnitt und Österreich hat sich seit 2008 sogar noch verbessert", so Heinisch-Hosek (Österreich: 9,7%, Österreich 2008: 10,4%, OECD: 15,2%). Österreich habe generell eine niedrige Arbeitslosigkeit, quer über alle Bildungsniveaus. Hier zeige sich auch die Stärke der berufsbildenden Ausbildung: 3,4% Arbeitslosigkeit bei Personen mit berufsbildendem Abschluss liegt deutlich unter OECD-Schnitt von 8,1%. Hier habe Österreich einen Spitzenwert innerhalb der EU-Länder. "In Sachen Arbeitsmarktpolitik und Berufsbildung ist Österreich sehr gut aufgestellt und meistert die Krise besser als andere Länder. Bildungs- und Arbeitsmarktpolitik sind eng verzahnt, das lohnt sich", so die Ministerin.

* Österreich investiert viel in die Bildung Die jährlichen Ausgaben pro SchülerIn liegen über den OECD-Schnitt (Österreich 13.116 USD pro SchülerIn, StudentIn, OECD-Schnitt 9.487 USD). Gemessen am BIP liegen die gesamten öffentlichen Bildungsausgaben mit 5,8% geringfügig über dem OECD-Mittel (5,6%). Bezieht man auch die privaten Bildungsausgaben mit ein, wird mit 5,7% des BIP etwas weniger in Bildungseinrichtungen investiert als im OECD-Vergleich (6,1%). 91,1% der Bildungsausgaben werden durch die öffentliche Hand getätigt (OECD: 83,9%)

Die hohen Investitionszahlen seien damit zu erklären, so Heinisch-Hosek, dass Österreich im OECD-Durchschnitt ein sehr gutes Betreuungsverhältnis zwischen LehrerInnen und SchülerInnen habe. So seien vor allem in der Volksschule und in der Sekundarstufe I kleine Klassengrößen einer der wichtigsten Faktoren für hohe Bildungsausgaben (Primarbereich: Österreich 18,3 SchülerInnen pro Klasse, OECD 21,3; Sekundarbereich: Österreich 21,1 SchülerInnen, OECD 23,5). Die KlassenschülerInnenzahl sei außerdem seit 2007 weiter gesunken (2007 Primarbereich 19,3; Sekundarbereich 23,4 ).

* Mehr Bewegung bei der Bildungsvererbung notwendig In Österreich bestehe vor allem bei Kindern aus Familien mit tertiärer Bildung eine überdurchschnittlich höhere Wahrscheinlichkeit, ein tertiäres Bildungsprogramm zu besuchen. "Die Studie zeigt, dass wir mehr Bewegung bei der Vererbung von Bildung brauchen", so Heinisch-Hosek. Kinder, deren Eltern AkademikerInnen sind, haben demnach viel höhere Chancen, selbst ein Studium abzuschließen, als Kinder von Personen, die die Pflichtschule absolviert haben.

"Die Offensive bei der Ganztagsschule ist eine wichtige Maßnahme für mehr Bildungsgerechtigkeit", erklärt die Bildungsministerin. Die Bundesregierung investiere bis 2018 zusätzlich 400 Millionen Euro in den Ausbau. 2018 soll jedes drittes Kind einen Betreuungsplatz haben. "Auch vom Projekt Schulstart NEU erwarte ich mir einen ordentlichen Schub", denn damit werden Kinder optimal auf die Schule vorbereitet, so Heinisch-Hosek. Das Projekt "Schulstart NEU" fasst das letzte Kindergartenjahr und die ersten beiden Volksschuljahre zu einer Schuleingangsphase zusammen. Kinder werden dabei bei dem so wichtigen Übergang bestmöglich gefördert und unterstützt, so die Ministerin abschließend.

 

Foto: Astrid Knie