Schulstart verlangt Eltern sehr viel ab

Nachmittagsbetreuung ist Mangelware

„Im Sommer stehen Eltern i.d.R. vor dem Problem, dass sie eine gute Betreuungsmöglichkeit für ihre Kinder finden müssen, denn neun Wochen sind nicht leicht zu managen. Dann beginnt die Schule und die Eltern stehen wieder vor der Herausforderung, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu organisieren“, weiß Landesfrauenvorsitzende LAbg. Ingrid Riezler, die dabei die Alltagsherausforderungen, denen vor allem die Mütter ausgesetzt sind, anspricht.

Eltern von Schulanfängern sind besonders betroffen

Vor allem der Schuleintritt verlangt den Eltern viel ab, denn es gibt immer noch sehr viele kleinere Gemeinden im Land Salzburg, wo keine Möglichkeit der Nachmittagsbetreuung vorhanden ist. „Im ersten Volksschuljahr endet der Unterricht für Kinder meist um 11.45 Uhr. Gegen 12.00 Uhr sind die Kinder dann zu Hause, die Eltern aber nicht, denn selbst bei einem Halbtags-Job, v.a. wenn man An- und Abreise bei den vielen Pendlern im Land berücksichtigt, ist es kaum möglich, zu Hause zu sein, wenn das Kind von der Schule kommt“, so LAbg. Ingrid Riezler, die auch darauf verweist, dass die SPÖ Frauen schon seit Jahren für eine ordentliche Betreuung der Kinder in Form einer verschränkten Ganztagsschule eintreten. „Selbst wenn die Möglichkeit einer beitragspflichtigen Nachmittagsbetreuung nicht genutzt wird, so kann man den Kindern zumindest ein Mittagessen in der Schule ermöglichen. Das sorgt für eine ausgewogene, gesunde Ernährung und nimmt Eltern den Stress, nach der Arbeit schnell ein nahrhaftes Mittagessen zubereiten zu müssen“, ist LAbg. Riezler überzeugt.

Hohe Kosten in der Nachmittagsbetreuung

Selbst wenn ein breites Angebot an Nachmittagsbetreuung vorhanden ist, dann sind Eltern oft mit hohen Kosten konfrontiert. „Für viele Frauen stellt sich dann wieder die Frage, ob sie nicht lieber zu Hause bleiben anstatt arbeiten zu gehen. Zumindest dann, wenn die Kosten für die Kinderbetreuung einen Großteil des Lohns vereinnahmen“, so LAbg. Riezler, die weiter ausführt: „Wir wissen was das für Frauen langfristig bedeutet aber vor allem auch für die Kinder. Schulkinder brauchen Unterstützung bei den Hausaufgaben, jemand der sie motiviert und ihnen auch erklärt, wie es geht. Dafür braucht es auch gut ausgebildete PädagogInnen, das können nicht alles die Eltern machen.“

Flächendeckende Ganztagsschule gefordert

„Eine flächendeckende Ganztagsschule wäre immer noch das Beste für die Kinder, die Eltern und auch für die PädagogInnen, also für alle. Daher werden wir SPÖ Frauen von dieser Forderung auch nicht abweichen und uns weiterhin mit vollstem Engagement dafür einsetzen“, zeigt sich Riezler kämpferisch. Darüber hinaus bedarf es auch einer verlässlichen, flächendeckenden Ferienbetreuung zu moderaten Preisen. Abschließend fordert Riezler noch ein: „Selbst wenn Kinder eine Nachmittagsbetreuung nicht nutzen, wäre es für alle eine Erleichterung, wenn die Kinder die Möglichkeit hätten, an ihrer Schule ein gesundes Mittagessen zu erhalten.“