Wert-Sache Arbeit

Yildirim: gesellschaftlich wichtige Arbeit von Frauen muss neu bewertet werden
 
Wie der neuesten Studie zum Einkommensniveau in Österreich zu entnehmen ist, besteht nach wie vor eine große Differenz zwischen den Bezügen von Frauen und Männern. Ein Teil  dieser Differenz ist dadurch erklärbar, dass viele Frauen in Teilzeit arbeiten.
 
Worauf die Studie aber auch hinweist: Frauen arbeiten häufig in Niedriglohnbranchen.
 
„Das führt zu der brennenden Frage, was unserer Gesellschaft wie viel Lohn wert ist“, sagt dazu die Tiroler SPÖ-Frauenvorsitzende Selma Yildirim. Derartige Niedriglohnbranchen sind nämlich vorwiegend im Handel, im Kranken- und Pflegebereich, in der Kinderbetreuung und weiteren gesellschaftlich unerlässlichen Arbeitsbereichen zu finden.
 
„Das heißt: Die Betreuung eines Menschen in einem Pflegeheim, eine kompetente Beratung im Handel oder die Reinigung in unserem öffentlichen oder privaten Umfeld ist ‚uns‘ – der Gesellschaft – sehr wenig wert“, so Yildirims Schlussfolgerung. Ihrer Ansicht nach ist es hoch an der Zeit, einen breiten gesellschaftlichen Konsens zu finden, um wichtige und wertvolle Leistungen, die Frauen in unserer Gesellschaft vollbringen, neu zu bewerten. „Hier sind die Sozialpartner gefragt, den Diskurs anzustoßen, an dessen Ende eine höhere finanzielle Bewertung von Niedriglohnbereichen stehen muss. Davon würden vor allem Frauen nachhaltig profitieren“, so die SPÖ-Frauenvorsitzende.
 
„Und um mehr Frauen – trotz ihrer Mehrfachbelastungen im privaten Umfeld – Vollzeitarbeit zu ermöglichen, wollen wir die vorhandenen Kinderbildungseinrichtungen ausbauen“, ist sich der Vorsitzende der SPÖ Tirol, Ingo Mayr, mit Yildirim einig. „Ganzjährig, ganztägig und gratis!“
 
Die immer noch vorhandene „Skepsis“, Frauen in Führungspositionen einzusetzen,  ist ein weiteres wichtiges Thema in diesem Zusammenhang. „Hier wird es unsere Aufgabe sein, das vorhandene traditionelle Rollenbild aufzuzeigen. Frauen sind in der Lage, Führungspositionen gleich kompetent und erfolgreich auszuüben wie Männer“, so die beiden abschließend.