Tirol: Breite Front in SPÖ gegen Aussagen Scheuers

Trennung von Kirche und Staat in Tirol offenbar noch nicht selbstverständlich

„Für uns ist ganz klar, dass auch Frauen in Tirol die Möglichkeit haben müssen, an einem öffentlichen Krankenhaus einen Schwangerschaftsabbruch unter besten medizinischen Bedingungen vornehmen zu lassen“, so Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek, die Tiroler Frauenvorsitzende Selma Yildirim und Klubobmann Gerhard Reheis. Die SPÖ-PolitikerInnen reagieren damit auf die Aussagen von Bischof Scheuer in der heutigen Ausgabe der Tiroler Tageszeitung, in der er Abtreibung als Unrecht bezeichnete.
„Die Fristenregelung ist seit 40 Jahren Gesetz, die Frauen haben hart dafür gekämpft und in Tirol kann sie de facto immer noch nicht umgesetzt werden, da nur ein niedergelassener Arzt Schwangerschaftsabbrüche vornimmt“, ärgert sich Yildirim. „Verbote verhindern keine Abbrüche, sie bringen Frauen nur in Notlagen. Diese ablehnende Haltung ist ignorant und scheinheilig. Zudem hat männliche Bevormundung hier keinen Platz.“
„Es passiert so viel Unrecht in der Welt – zum Beispiel in den Bereichen Armut, Asylwesen, der Verfolgung, Ausgrenzen und Ausbeutung von Menschen. In diesen Fragen wäre ein Aufschrei der Religionsgemeinschaften angebracht. Das Recht von Frauen, selbst über ihren Körper zu bestimmen infrage zu stellen, finde ich hingegen ungeheuerlich. Hier braucht sich die Kirche nicht einzumischen“, wird Reheis deutlich.
Die SPÖ-Frauen werden in der Frage der Schwangerschaftsabbrüche an öffentlichen Krankenhäusern konsequent und unnachgiebig bleiben.