Regner kritisiert weiteren Aufschub bei Frauen/Männern in Aufsichtsräten

Chefverhandlerin hofft auf Abschluss unter italienischer Ratspräsidentschaft

Beim Sozialministerrat in Luxemburg konnte abermals kein Fortschritt beim Bericht über die ausgewogene Bestellung von Frauen und Männern in Aufsichtsräten börsennotierter Unternehmen – davon gibt es rund 5.000 in Europa – erzielt werden. Die SPÖ-Europaabgeordnete Evelyn Regner hat als Chefverhandlerin im Europäischen Parlament das Dossier zu einem erfolgreichen Abschluss geführt, eine klare Mehrheit der Europaabgeordneten hat dem Ziel zugestimmt, das jeweils unterrepräsentiertem Geschlecht (meist sind das Frauen) bis 2020 auf eine Quote von 40 Prozent zu bringen. "Erreicht werden soll das aber nicht mithilfe einer klassischen Frauenquote, sondern durch transparente Bestellungsverfahren. Damit soll die Arbeit der Aufsichtsräte insgesamt verbessert werden. Studien belegen eindeutig, dass eine höhere Diversität im Unternehmen zu stabileren und besseren wirtschaftlichen Ergebnissen führt", sagte Regner heute, Freitag.

Die SozialministerInnen haben in Luxemburg darauf hingewiesen, dass aufseiten der EU-Mitgliedstaaten "weitere politische Reflexion" dazu notwendig sei, da einzelne Länder nationalstaatliche Regelungen bzw. keinerlei Regelungen bevorzugen. Regner: "Ich setze ab Juli nun auf die italienische Ratspräsidentschaft, hier einen Durchbruch zu erzielen. EU-Kommission und EU-Parlament haben ihre Hausaufgaben erledigt und das Dossier abgeschlossen. Es dürfen die Mitgliedstaaten bei diesem wichtigen Thema nun nicht weiter blockieren."

 

Foto: Bea Ulhart