Heinisch-Hosek/Regner: Brauchen soziale und frauenpolitische Wende in Europa

Sozialdemokratinnen präsentieren "Fünf-Punkte-Programm für ein Europa der Frauen"- Rechtliche Gleichstellung für homosexuelle Menschen

Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek und EU-Abgeordnete Evelyn Regner haben heute, Mittwoch, ein "Fünf-Punkte-Programm für ein Europa der Frauen" präsentiert. "Wir brauchen in Europa eine soziale Wende und das bedeutet auch eine frauenpolitische Wende. Das ist nur möglich, wenn die Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten in Europa an der Spitze sind", stellte die Frauenministerin klar. "Mehr Frauen in Führungspositionen" ist eine Hauptforderung der Sozialdemokratinnen, die sich für eine 40-Prozent-Quote für Frauen in Aufsichtsräten bis 2020 stark machen. "Das ist gut für die Unternehmen und für die Frauen", betonte Regner. Ein weiteres Anliegen der Politikerinnen ist es, die rechtliche Gleichstellung Homosexueller voranzutreiben und gleichgeschlechtlichen Paaren etwa das Adoptionsrecht zu gewähren. "Hier müssen wir mutiger sein", fordern Heinisch-Hosek und Regner. ****

Die konservative Mehrheit im Europäischen Parlament verhindert seit Jahren eine Vielzahl von Verbesserungen für die Frauen in Europa, so etwa gleichen Lohn für gleiche Arbeit zu gewährleisten, stellte Heinisch-Hosek fest. "Das ist erschütternd." Und unterstreicht, wie dringend notwendig die politische Wende in Europa ist", so Heinisch-Hosek. So brauche es etwa eine Quotenregelungen für Frauen in Führungspositionen. "Einige Länder wie etwa Norwegen haben gezeigt, dass das geht", bekräftigte Regner, die Chefverhandlerin im EU-Parlament für eine Richtlinie "Mehr Frauen im Aufsichtsrat" ist. Es gebe außerdem klare Belege dafür, dass Unternehmen, die Frauen in Führungspositionen haben, erfolgreicher sind. "Es wäre vergeudetes Talent, wenn wir angesichts der vielen gut ausgebildeten Frauen heutzutage dieses Thema nicht angehen", betonte Regner.

Weitere Forderungen des Fünf-Punkte-Programms beinhalten mehr Arbeitsmarktmittel, insbesondere auch für frauenspezifische Maßnahmen, Ausbau der Kinderbetreuungsplätze, verbesserte Maßnahmen in puncto Gewaltschutz und mehr Lohngerechtigkeit.

Heinisch-Hosek und Regner setzen sich außerdem für eine EU-weite Richtlinie ein, die Antidiskriminierungsbestimmungen außerhalb der Arbeitswelt beinhaltet, und die bisher an den Konservativen gescheitert ist. "Für die ÖVP war das bisher kein Thema. Aber langsam kommt auch bei ihnen Bewegung rein", stellte Heinisch-Hosek im Hinblick auf eine Öffnung von Standesämtern für homosexuelle Paare fest. "Hier braucht es aber nächste Schritte, etwa in Bezug auf ein Adoptionsrecht", forderte Heinisch-Hosek. Es "spricht Bände", so die Frauenministerin, dass ÖVP-Spitzenkandidat Otmar Karas zu diesem Thema keine klare Position beziehen kann. "Echte Gleichstellung kann nur durch die Sozialdemokratie gewährleistet werden", betonte Heinisch-Hosek.

SERVICE: Das Fünf-Punkte-Programm für ein Europa der Frauen steht unter folgendem Link zur Verfügung: http://spoe.at/sites/default/files/pk_frauen_waehlen_soziales_europa_ 140514.pdf

Infos zur Abstimmung der ÖVP-EU-Abgeordneten gegen gleiches Entgelt bei gleicher oder gleichwertiger Arbeit finden Sie hier: http://spoe.at/sites/default/files/oevp_meps_gegen_gleichen_lohn.pdf
 

Foto: SPÖ/Lehmann