Wurm: Weltbild der ÖsterreicherInnen aufgeschlossener und toleranter als unsere Gesetze

Alle Menschen haben gleichen Anspruch auf Gerechtigkeit und Menschlichkeit

"Das Weltbild, das sich in unseren Gesetzen in Sachen Homosexuellen-Rechte spiegelt, hat nichts mehr mit dem Weltbild der ÖsterreicherInnen zu tun. Das hat die überwältigende Zustimmung im Land und in ganz Europa zum Songcontest-Sieg von Conchita Wurst gezeigt. Jetzt muss sich auch die Rechtslage ändern. Es ist nicht länger erklärbar, warum es für zwei Gruppen von Menschen zwei Gruppen von Recht gibt", so SPÖ-Frauen- und Gleichbehandlungssprecherin Gisela Wurm am Dienstag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. Es müsse für homosexuelle Menschen endlich Gleichstellung im Eherecht, Adoptionsrecht sowie den gleichen Schutz vor Diskriminierung wie für heterosexuelle Menschen geben.

Auch schwule und lesbische Paare sollen sich in ganz Österreich am Standesamt das Ja-Wort geben dürfen. "Es ist doch durch nichts erklärbar, warum das nicht so sein sollte", so Wurm. Auch beim Adoptionsrecht ist die Bevölkerung weiter als die Gesetze. So sei etwa die Hälfte der ÖsterreicherInnen bereits dafür, dass Homosexuelle Kinder adoptieren dürfen. Weiters müsse es für alleinstehende Frauen oder lesbische Frauen möglich sein, eine Samenspende zu empfangen, ohne dass sie sich in die Illegalität begeben oder dafür ins Ausland fahren müssen, so Wurm.

Unbedingt "repariert" gehöre auch der Schutz bei Diskriminierungen aufgrund einer bestimmten sexuellen Orientierung. Es können sich schwule oder lesbische Menschen nicht bei Gericht oder der Gleichbehandlungskommission wehren, wenn sie in alltäglichen Angelegenheiten diskriminiert werden. Das betrifft etwa Diskriminierungen beim Abschluss von Mietverträgen, den Zugang von Hotels, Gasthäusern oder Geschäften. "Das war in der letzten Legislaturperiode mit dem Koalitionspartner leider nicht möglich. Ich hoffe hier auf ein Umdenken, denn alle Menschen haben den gleichen Anspruch auf Gerechtigkeit und Menschlichkeit. Anderes ist mit nichts mehr zu rechtfertigen."