Mutternacht: Müttersterblichkeit senken

Straßenaktionen und ein Filmabend machen auf Müttersterblichkeit auch in Europa aufmerksam

Mit einem Sex-Quiz zu  Fragen von sexuellen und reproduktiven Rechten sowie der Gesundheit von Mädchen und Frauen und mit einem Film über die Geschichte einer bosnischen Romni wird die „Plattform Mutternacht“ heuer aktiv. Am Viktor Adler Markt und in der Mariahilferstraße in Wien werden am  am 5. und 6. Mai Vertreter/innen der Plattform das Gespräch mit Passant/innen zu den Themen Sexualität, Verhütung, Schwangerschaft, Geburt und Müttersterblichkeit suchen. Am Abend des  6. Mai präsentiert die Plattform im Wiener Top Kino den bosnischen Film „An Episode in the Life of an Iron Picker“, die Geschichte von Senada, die – ohne Krankenversicherung und als Romni mehrfach diskriminiert – bei  ihrer dritten Schwangerschaft vor unlösbare Probleme gestellt wird.  Im Anschluß an den Film stehen Petra Bayr, die entwicklungspolitische Sprecherin der SPÖ, Marina Davidashvili vom EPF (European Parliamentary Forum on Population und Development) und Erich Fenninger, Bundesgeschäftsführer der Volkshilfe Österreich dem Publikum als Gesprächspartner/innen zur Verfügung.

Entwicklungspolitische Agenda verpflichtet auch Industriestaaten
„Schwangerschaft und Geburt sind nicht nur für Frauen in den fern gefühlten afrikanischen Ländern oder dem kriegszerrütteten Afghanistan eine Gefahr für Leib und Leben“, heißt es im Folder der Plattform Mutternacht zu den diesjährigen Aktionen. „Marginalisierte Frauen in Europa, wo die Kluft zwischen Arm und Reich größer wird, sind ähnlichen Gefahren ausgesetzt. In der entwicklungspolitischen Agenda nach 2015 werden auch die Industriestaaten zu Armutsbekämpfung und dem Empowerment von Mädchen und Frauen verpflichtet“.

Appell an österreichische Regierung: Müttersterblichkeit senken helfen
Grundsätzlich möchte die  Initiative Mutternacht die österreichische Regierung in die Pflicht nehmen, ihre internationale Verantwortung wahrzunehmen und ausreichend politische und finanzielle Mittel einzusetzen, damit das 5. Milleniums-Entwicklungsziel, das Senken der Müttersterblichkeit weltweit um 75 Prozent, bis 2015 erreicht wird.  99 Prozent der 287.000 Frauen und Mädchen, die jährlich während der Schwangerschaft oder Geburt ihres Kindes sterben, stammen aus sogenannten Entwicklungsländern. Die meisten Todesfälle sind durch verbesserte Gesundheitsversorgung, Bildung von Mädchen und/oder Zugang zu Verhütungsmitteln vermeidbar, so die Plattform in ihrem Folder.