SPÖ-Frauen: Wir kämpfen für ein sozialdemokratisches und feministisches Europa

Enquete der SPÖ-Frauen und Jugendorganisationen im ega

"Es geht bei den Europawahlen am 25. Mai für uns Frauen um sehr viel", sagte Frauenministerin Gabi Heinisch-Hosek gestern bei ihrer Begrüßung bei der Enquete "Feminismus kennt keine Grenzen" im "ega-frauen im zentrum", die von den SPÖ-Frauen gemeinsam mit den Jugendorganisationen veranstaltet wurde. "Von der Europäischen Union bekommen wir in vielen Bereichen Rückenwind, den wir in Österreich nutzen", führte Heinisch-Hosek aus. Die Frauenministerin und Vorsitzende der SPÖ-Frauen nannte als wichtige Themen Arbeitsmarktpolitik, Quoten in der Privatwirtschaft, Kinderbetreuung, Ganztagsschulen und Gewaltschutz. Frauenstadträtin Sandra Frauenberger hieß die TeilnehmerInnen der Enquete im ega ebenfalls herzlich willkommen und betonte: "Wir müssen dafür kämpfen, dass dieses Europa ein solidarisches und feministisches wird." Frauenberger sprach sich für eine eigene EU-Kommissarin für Frauenrechte und Gleichstellung aus.

Am Nachmittag diskutierten die TeilnehmerInnen der Enquete in sechs verschiedenen Workshops zu den Themen Gleichstellung, Arbeitsmarkt, Bildung, Außenpolitik, Wirtschaft und Selbstbestimmung. Die Themen der Workshops und die Expertinnen wurden von SPÖ-Bundesfrauengeschäftsführerin Andrea Brunner und der Wiener Frauensekretärin Aline-Marie Hoffmann präsentiert.

Jaqueline Gam wurde aus den Bewerberinnen als Jugendreporterin für die EU-Wahl 2014 gezogen und wird nun mit einem eigenen Blog auf www.frauen.spoe.at/europaplatz den Wahlkampf der Frauen kommentieren. Die anwesenden EU-Abgeordneten Evelyn Regner und Karin Kadenbach sprachen spontan auch eine Einladung ins Europaparlament für eine zweite Jugendreporterin an Melisa Böhm aus.

Bei der Podiumsdiskussion unter der Moderation von Katharina Weninger diskutierten die Europaabgeordneten Evelyn Regner und Karin Kadenbach und Neva Löw aus dem ÖGB-Europa Büro in Brüssel. "Die sozialdemokratischen Frauen haben im Europäischen Parlament Druck gemacht und haben die Forderung nach mehr Frauen in den Aufsichtsräten und Führungsfunktionen auf die Agenda gebracht", erinnerte Europaabgeordnete Evelyn Regner, die als Chefverhandlerin eine wichtige Rolle bei der Gestaltung der EU-Richtlinie für eine 40-prozentige Frauenquote in den Aufsichtsräten börsennotierter Unternehmen hat. "Wichtig sind mehr Transparenz bei den Auswahlverfahren sowie Sanktionen, falls die Vorgaben nicht eingehalten werden", fasste Regner zusammen.

Europaabgeordnete Karin Kadenbach machte deutlich, wie wichtig es ist, zu zeigen, welche Vorteile die Europäische Union für Frauen hat. "Wir brauchen eine starke sozialdemokratische Politik in Europa und wir dürfen nicht zulassen, dass die Rechten in Europa erstarken, denn das würde weniger Frauen in allen politischen Funktionen bedeuten und schwere gesellschaftliche Rückschritte für Frauen mit sich bringen", brachte es Kadenbach auf den Punkt. "Wir dürfen das Feld nicht konservativen und reaktionären Kräften überlassen, sondern müssen die Gestaltung unserer Zukunft selbst in die Hand nehmen", bekräftigte Neva Löw vom ÖGB-Europabüro.

Tolle Stimmung herrschte im Anschluss an die Diskussion beim open stage für poetry slam, bei dem die Teilnehmerinnen eigene Texte vortragen konnten, und beim abschließenden Fest mit Musik. Die Enquete der SPÖ-Frauen fand gemeinsam mit den Wiener SPÖ-Frauen und den sozialdemokratischen Jugendorganisationen SJ, JG, VSStÖ, AKS, FSG-Jugend heuer zum neunten Mal statt.

 

Foto: Josef Hubmayer