Nationalrat – Wurm: Keine vorzeitige Erhöhung des Pensionsantrittsalters für Frauen

Österreicherinnen können sich auf SPÖ verlassen

Gisela Wurm, SPÖ-Sprecherin für Frauen und Gleichbehandlung, macht ihre Ablehnung einer vorzeitigen Erhöhung des Pensionsantrittsalters für Frauen heute, Donnerstag, im Nationalrat, deutlich: "Wenn es um die Frage des Pensionsantrittsalters für Frauen geht, so kann ich garantieren: Die Österreicherinnen können sich auf die SPÖ verlassen, dass eine vorzeitige Anhebung des Antrittsalters nicht stattfinden wird. Wir SozialdemokratInnen werden nicht mitmachen, wenn Verschlechterungen für Frauen umgesetzt werden sollen, noch bevor eine Gleichstellung erreicht wurde", so Wurm.

Laut gültigem Beschluss wird das Pensionsantrittsalter ab 1. Jänner 2024 bis zum Jahr 2033 jährlich um jeweils sechs Monate erhöht. Wurm fasst die Intentionen dieser Regelung zusammen: "Als dieser Beschluss in den 90er Jahren hier im Hohen Haus gefasst wurde, war man optimistisch und ging davon aus, dass ab 2024 die tatsächliche Gleichberechtigung von Frauen und Männern gegeben sein würde. Und von dieser sind wir noch weit entfernt", führt Wurm aus und gibt Einsicht in die Zahlen- und Faktenlage: "Wo sind die Männer bei der Kindererziehung, wo sind die Männer, wenn es darum geht, sich um pflegebedürftige Angehörige zu kümmern? 42 Prozent der älteren Menschen werden zu Hause gepflegt, zum Großteil von Frauen. Zwei Drittel der unentgeltlichen Arbeit wird von Frauen erledigt, die Liste ließe sich fortführen."

Angesprochen auf Richtlinien der Europäischen Kommission, stellt Wurm klar, dass diese Diskussion bereits bekannt ist und selbstverständlich auch im entsprechenden EU-Unterausschuss geführt wurde. Jedoch sind hier die Besonderheiten des österreichischen Systems mit heranzuziehen. "Abgesehen davon", ergänzt Wurm, "wenn schon europäische Vorgaben eine Rolle spielen, so sind auch die Barcelona-Ziele würdig, genannt zu werden. Denn diese sehen vor, dass 33 Prozent der 0- bis 3-Jährigen eine Bildungseinrichtung besuchen oder dass der Gender Pay Gap geschlossen wird. Diese Ziele sind in Österreich noch nicht erreicht."

"Als Ergänzung, die gerne von jenen ausgespart wird, die die vorzeitige Erhöhung des Antrittsalters forcieren: Die Differenz beim faktischen Pensionsalter liegt bei gerade einmal eineinhalb Jahren! Was vielmehr von Relevanz ist, sind höhere Löhne und Pensionen, hier müssen wir nachjustieren und hier ist auch die Wirtschaft am Zug", fordert Wurm abschließend.