Die Sozialdemokratie gratuliert: Barbara Prammer wird 60!

Am 11. Jänner feiert Barbara Prammer ihren 60. Geburtstag. Dazu gratulierten Weggefährten aus Politik und Kultur bei einem Festakt im Parlament – als Geschenk gab es u.a. einen eigens komponierten „Barbara Prammer-Marsch“.
 
Rund 470 Gäste gaben der Nationalratspräsidentin im historischen Sitzungssaal des Parlaments die Ehre. Ehemalige und aktive Politiker wie u.a. Bundespräsident Heinz Fischer, Bundeskanzler Werner Faymann oder Bundeskanzler a.D Franz Vranitzky würdigten das Wirken der sozialdemokratischen Politikerin.
 
In seinen Eröffnungsworten hob SPÖ-Klubobmann Andreas Schieder vor allem die Öffnung des Parlaments unter der Präsidentschaft Prammers hervor, etwa durch die Einführung der "Demokratiewerkstatt". Franz Vranitzky nutzte seine Festansprache für ein Plädoyer für ein starkes und integriertes Europa – und verwies darauf, dass dies auch stets ein Anliegen der Präsidentin gewesen sei – und wünschte ihr für Bemühungen in diese Richtung wie auch zu ihrem Geburtstag alles Gute.
 
Ein musikalisches Präsent gab es von der Garde: Die Militär-Musiker spielten nach der Eröffnung des Festaktes den eigens für die Präsidentin komponierten "Barbara Prammer Marsch".
 
Barbara Prammer selbst dankte für dieses „ganz besondere Fest“; obwohl sie eigentlich kein Fest wollte, so Prammer mit Verweis auf auf ihre Erkrankung.  Die lobenden Worte der Anwesenden seien ja schon "zu dick aufgetragen", meinte Prammer, aber: "Ich freue mich sehr darüber, dass ich Anerkennung erfahre." Diese führt sie auch darauf zurück, dass sie ihren Wurzeln treu geblieben ist: "Ich komme aus einer Arbeiterfamilie",  betonte sie. Auch ihr Engagement für frauenpolitische Angelegenheiten sprach Prammer an: Hier sei man noch lange nicht am Ziel. Solange "es mir gut geht, möchte ich dabei bleiben."
 
Von der Frauenreferentin zur Nationalratpräsidentin
Prammer stammt aus dem oberösterreichischen Hausruckviertel,aus Ottnang. Nach der HAK-Matura studierte sie Soziologie, anschließend war sie u.a. im Arbeitsmarktservice als Frauenreferentin tätig.
 
1991 wird  Prammer in Oberösterreich Landtagsabgeordnete, schon kurz darauf, 1995,  Landesrätin für Wohnbau und Naturschutz, als erste Frau in einer oberösterreichischen Landesregierung. 1997 wird sie von Kanzler Viktor Klima als Frauenministerin in die Regierung berufen.
 
Nach der Wahl 1999 und mit Beginn der schwarz-blauen Regierung nimmt sie ihr Mandat im Nationalrat wahr und steigt nach dem Wechsel Heinz Fischers in die Hofburg zur Zweiten Nationalratspräsidentin auf, die damals formal höchste Position, die von der SPÖ vergeben werden konnte.
 
Mit dem Wahlsieg der SPÖ 2006 wurde Prammer Erste Präsidentin.
 
Im September des Vorjahres machte Prammer ihre Krebserkrankung öffentlich.  Trotz der schweren Erkrankung übt die Parlamentschefin ihr Amt praktisch uneingeschränkt aus.

Foto © Parlamentsdirektion/WILKE