Heinisch-Hosek: Beim Gewaltschutz alle maßgeblichen Kräfte ins Boot holen

Grußworte der Frauenministerin anlässlich der Ausstellung "Silent Witnesses"

"Ich bin stolz darauf, dass wir in Österreich während der Aktion '16 Tage gegen Gewalt' viele Veranstaltungen, Aktionen und Kampagnen gestartet haben, die auch nachhaltig wirken sollen", erklärte Bundesministerin Gabriele Heinisch-Hosek gestern, Montag, bei einer Präsentation der Ausstellung "Silent Witnesses – Stumme Zeuginnen" im Parlament. "Die Zahl der Opfer in den österreichischen Gewaltschutzzentren lag 2012 bei einem traurigen Höchststand von 15.800. Jede vierte bis fünfte Frau ist einmal in ihrem Beziehungsleben von Gewalt betroffen", verwies Heinisch-Hosek auf die Wichtigkeit von Projekten wie dieser Ausstellung, worin weibliche Opfer portraitiert werden: "Es handelt sich um die Darstellung erschütternder Einzelschicksale, die zunächst an eine glückliche Beziehung dachten und am Ende ermordet wurden."

Die Frauenministerin leitete dazu über, dass im Bereich des Gewaltschutzes der nächste Schritt durch die Einrichtung einer interministeriellen Arbeitsgruppe bereits eingeleitet wurde: "Durch Einbindung des Parlaments sowie Expertinnen und Experten samt NGOs ist es möglich, die noch notwendigen Maßnahmen in diesem Bereich in die Wege zu leiten. Wir wollen beim Gewaltschutz alle maßgeblichen Kräfte ins Boot holen und eine entsprechende weitere Professionalisierung anstreben", so Heinisch-Hosek, die sich darüber erfreut zeigte, dass Österreich zu jenen acht Staaten gehört, die im Rahmen des Europarates eine Konvention zum Schutz der Frauen vor Gewalt unterzeichnet haben.

Die Bundesministerin blickte auf die abgelaufene Legislaturperiode zurück, in der man bereits einige Erfolge durch gemeinsame Kraftanstrengung erreichen konnte – so zum Beispiel die Ausweitung des Betretungsverbots. Und sie erwähnte beispielgebend die Zusammenarbeit mit den Frauenberatungs- und Gewaltschutzeinrichtungen: "Wir haben etwa in einer Kampagne auf das noch relativ neue Phänomen der K.O.-Tropfen hingewiesen. Erst unlängst durfte ich die fem:HELP-App präsentieren, mit deren Hilfe Frauen wichtige Telefonnummern rasch eruieren und Gewaltübergriffe dokumentieren können. Die heutige Veranstaltung soll als Danksagung in Richtung all jener dienen, die seit Jahren im Bereich des Gewaltschutzes tätig sind und somit die genannten Projekte erst möglich gemacht haben. Denn gerade von ihnen erhält die Politik oft wichtige Inputs", so Heinisch-Hosek abschließend.

Foto: Hans Hofer/BKA