Heinisch-Hosek: Frauen in der Medienbranche vor den Vorhang holen

15. Österreichischer Journalistinnenkongress diskutiert über Herausforderungen der Digitalisierung

"Vor 15 Jahren hat es in der Medienbranche nur halb so viele Frauen gegeben. Seither hat sich einiges getan, aber wir haben heute leider immer noch nicht doppelt so viele Frauen in Führungspositionen. Daran müssen wir gemeinsam weiter arbeiten. Der Journalistinnenkongress leistet dazu einen wichtigen Beitrag", sagte Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek heute, Dienstag, bei der Eröffnung des Österreichischen Journalistinnenkongresses 2013. Die heuer zum 15. Mal stattfindende Veranstaltung ist diesmal dem Themenschwerpunkt "Digitalisierung – Herausforderung oder Chance?" gewidmet und findet im Wiener Haus der Industrie statt.

"Der Journalistinnenkongress leistet seit nunmehr 15 Jahren wichtige Arbeit, indem Frauen aus der Medienbranche vor den Vorhang geholt werden. Ihnen wird eine Plattform zur Vernetzung und zur Diskussion über frauenrelevante Themen und aktuelle Entwicklungen in der Medienwelt geboten", so Heinisch-Hosek. Der diesjährige Schwerpunkt "Digitalisierung" mache deutlich, wie rasch sich Kommunikationsmöglichkeiten laufend weiter entwickeln. "Mithilfe der Social Media können heute gesellschaftspolitische Themen viel breiter aufgezeigt werden", sagte die Frauenministerin. Als Beispiel nannte sie die Anfang 2013 geführte #Aufschrei-Debatte, die via Social Media-Kanäle auch die internationale Medienwelt bis hin zur New York Times bewegte. Das zeige, dass die Reichweite und Geschwindigkeit der modernen Kommunikation beispielsweise in Fällen von sexistischen Übergriffen genutzt werden könne, um die Öffentlichkeit zu sensibilisieren.

"Gleichstellungspolitik und frauenrelevante Themen finden in den Medien nicht immer so viel Platz, wie ich es mir wünschen würde. Aber ich bin optimistisch, dass wir gemeinsam die Zukunft mitgestalten können, wenn Politik und Journalismus in einem guten Arbeitsverhältnis stehen und wichtigen gesellschaftspolitischen Fragen den notwendigen Stellenwert geben", so Heinisch-Hosek. Abschließend wünschte die Frauenministerin den Teilnehmerinnen "einen erfolgreichen Kongresstag mit spannenden Diskussionen über Zukunftsfragen".

Der Österreichische Journalistinnenkongress, eine Initiative von Maria Schaumayer, Maria Rauch-Kallat und der Industriellenvereinigung, findet seit dem Jahr 1998 statt und steht unter dem Generalthema "Gläserne Decke". In Vorträgen und Workshops werden jedes Jahr aktuelle Themen aufgegriffen, die für Frauenkarrieren in der Kommunikationsbranche von Relevanz sind. Bei der diesjährigen Eröffnung sprachen neben der Frauenministerin auch die Kongressinitiatorin Maria Rauch-Kallat, der Präsident der Industriellenvereinigung, Georg Kapsch, und Michaela Huber, Senior Vice President der OMV.

Foto: Regina Aigner/BKA