Bayr zu UN-Weltbevölkerungsbericht „Wenn Mädchen schwanger werden“: Junge Frauen von Armut und Gewalt befreien

70.000 Mädchen sterben jedes Jahr wegen Komplikationen bei Schwangerschaften
Jedes Jahr bringen  7,3 Mio. Mädchen unter 19 Jahren ein Kind zur Welt, meistens ungewollt. Um die Situation junger Frauen besonders in Entwicklungsländern zu verbessern, müssen sie von Armut und Gewalt befreit werden, fordert SPÖ-Bereichssprecherin für globale Entwicklung Petra Bayr.

95 Prozent aller Geburten durch Teenager passieren in Entwicklungsländern, 20.000 pro Tag. „Und nur die wenigsten dieser Schwangerschaften passieren gewollt“, macht Bayr bei der Präsentation des UN-Weltbevölkerungsberichts 2013 klar, dessen Fokus heuer auf weltweiten Teenagerschwangerschaften lag. Der UNFPA schätzt, dass pro Jahr 7,3 Millionen Mädchen unter 18 Jahren ein Kind zur Welt bringen, dazu kommen etwa 3,2 Millionen unsichere Schwangerschaftsabbrüche. „Etwa 19 Prozent aller Mädchen in Entwicklungsländern werden vor deren 18. Geburtstag schwanger und etwa 70.000 von ihnen sterben jährlich an Komplikationen während der Schwangerschaft oder Geburt“, unterstreicht Bayr. Die Risiken einer frühen Schwangerschaft sind hoch:  „Totgeburten und die Sterblichkeit von Neugeborenen ist bei Teenagermüttern doppelt so hoch, wie bei Müttern im Alter von 20-29 Jahren. Zudem haben die überlebenden Mütter häufig schlechtere Voraussetzungen für eine Schwangerschaft, denn jugendliche Körper sind dafür einfach noch nicht bereit.“

Umfeld ändern
Bisher wurde der Schwerpunkt, um Teenagerschwangerschaften zu verhindern, vor allem auf eine Änderung im Verhalten von Mädchen gesetzt. Der aktuelle UN-Bericht betont aber, dass das Umfeld der Mädchen und die gesellschaftlichen Zwänge, denen sie ausgesetzt sind, verstärkt berücksichtigt werden müssen. Der Bericht nennt fünf Einflussbereiche, in denen angesetzt werden müsste, um Verbesserungen zu erreichen: Staat (etwa durch Gewährleistung eines Zugangs zu Verhütungsmitteln), Gesellschaft (Entschärfung eines Klimas sexueller Gewalt), Familie (Veränderung der Einstellung zu Kinderehen), soziales Umfeld (Gewährleistung auf Zugang zu Bildung) und Individuum (Stärkung des Selbstbewusstseins junger Frauen). „Die Frage, die man sich stellen sollte, muss deshalb lauten:  Wie kann man Frauen, die ungewollt schwanger werden, von Armut und Gewalt befreien?“, sagt Bayr. Dass sei  nicht nur eine gesellschaftliche Frage, sondern auch eine der Menschenrechte.

Eine Kurzfassung des UNFPA-Berichts 2013 finden Sie hier.

Foto: UNFPA