Aus dem Parlament: Frischer Wind im Hohen Haus

Am 29. Oktober war es so weit: Die neuen Nationalratsabgeordneten wurden angelobt.

Bei den neuen SPÖ-Abgeordneten fällt auf, dass unter ihnen einige junge SozialdemokratInnen das Parlament bereichern werden. So etwa die Vorsitzende der Jungen Generation in der SPÖ, Katharina Kucharowits (30), die auf der Bundesliste ein fixes Ticket in den Nationalrat hatte. Die Schwechaterin, die ihre Arbeitsschwerpunkte in den Bereichen Arbeit, Frauen und Gleichbehandlung sowie Wohnen sieht, war nicht nur für den Jugendwahlkampf der SPÖ verantwortlich, sondern hatte auch die Leitung der Dialogforen inne, deren Ergebnisse ins Wahlprogramm eingeflossen sind. „Ich sehe mich als Ansprechpartnerin für junge Leute im Parlament. Es sind Themen wie bezahlbare Wohnungen, gerechte und fair bezahlte Jobs, sowie Kind und Job wirklich leben können – egal ob für Frau oder Mann – denen ich mehr Gewicht geben möchte, die ich vorantreiben und in Folge auch umsetzen möchte.“

Die jüngste in dieser Riege ist Daniela Holzinger (25). Die Oberösterreicherin aus dem Bezirk Vöcklabruck ist Finanzreferentin der Volkshilfe Vöcklabruck und Jugendreferentin der Gemeinde Gampern, wo sie auch Gemeinderätin ist. Außerdem ist sie bei den Kinderfreunden aktiv sowie in der JG Oberösterreich Mitglied des Landesausschusses. Holzinger ist eine, die anpackt. Ihr Motto hat sie von Erich Kästner entliehen: „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!“ Neben Arbeit und Verteilungsgerechtigkeit, Bildung, Integration und Migration sieht sie ihre politischen Schwerpunkte in Bürgerbeteiligungs- und Demokratiefragen: „In Zeiten, wo Korruption und Populismus das Vertrauen in die Demokratie über weite Strecken zerstört haben, ist es notwendig, den Menschen die Sicherheit zurück zu geben, ihr Schicksal  in der Demokratie selbst in die Hand nehmen zu können.“

Die Wienerin Nurten Yilmaz, die 1966 als Neunjährige nach Österreich kam, möchte „die Solidarität, die ich erfahren habe, teilen!“ Dabei geht es ihr um die Schließung der Einkommensschere und darum, „weiter am Haus des Zusammenlebens zu bauen“. Denn die Ottakringerin, die bis zu ihrem Wechsel in den Nationalrat Landtagsabgeordnete und Gemeinderätin war, ist davon überzeugt, dass die Bundeshauptstadt in den nächsten Jahren und Jahrzehnten weiter wachsen wird – und Migrantinnen und Migranten dabei eine nicht unwesentliche Rolle spielen. „Wien wird noch größer, jünger und vielfältiger werden“, betont Nurten Yilmaz. In Wien werde seit Jahrzehnten auf ein funktionierendes Miteinander in der Stadt gesetzt. „Und wir sehen Migration und Diversität grundsätzlich als Bereicherung.“ Der Schlüssel zu einem guten Leben und zu Karrierechancen liege in der Bildung. Genau deshalb trete sie für die gemeinsame Schule bis 14 ein, „samt Förderung individueller Stärken“, wie Yilmaz betont.

Für Frauenpower aus Salzburg sorgt die 37-jährige Cornelia Ecker, die mit ihrem Mann und zwei Kindern in Bürmoos lebt. Die Salzburgerin hat u.a. als Bürmooser Gemeinderätin und Mitglied des SPÖ-Landesparteivorstands bereits viele politische Erfahrungen gesammelt. Von großer Bedeutung sind für die Spitzenkandidatin des Wahlkreises Flachgau und Tennengau Arbeit und Beschäftigung. „Mir sind Arbeitsplätze, die mehr als nur Jobs sind, ein besonderes Anliegen“, sagt Ecker. Die Neo-Abgeordnete wird sich in ihrer parlamentarischen Arbeit aber auch stark für das Thema Jugendbeschäftigung einsetzen. Weitere Herzensanliegen sind für Cornelia Ecker beste Bildungseinrichtungen für unsere Kinder und die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Sozusagen „auf Schiene“ ist für Cornelia Ecker auch die Wahl des Transportmittels für die Anreise in die Bundeshauptstadt. „Mit dem Railjet bin ich im Nu in Wien“, beschreibt die Salzburgerin einen der vielen Vorzüge der Bahn.

 

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