Heinisch-Hosek: „Bei frühzeitiger Anhebung des Frauenpensionsalters würden die Arbeitslosenzahlen bei Frauen explodieren“

Frauenbeschäftigungsquote weiter erhöhen – Teilzeitquote senken – Kinderbetreuung ausbauen

"Es ist zwar erfreulich, dass die Maßnahmen, ältere Erwerbstätige länger gesund im Erwerbsleben zu belassen, erste Wirkung zeigen, aber der Anstieg der Arbeitslosigkeit gerade bei Frauen über 50 ist ein deutliches Warnsignal", betonte heute Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek anlässlich der aktuellen Arbeitslosenstatistik. "Würde das Frauenpensionsalter frühzeitig angehoben werden, würden die Arbeitslosenzahlen bei dieser Gruppe explodieren. Hier stelle ich mich strikt dagegen."

Erfreulich sei, dass die Arbeitslosigkeit bei jungen Frauen leicht zurückging. "Das soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es Frauen über 50 am Arbeitsmarkt sehr schwer haben", gibt Heinisch-Hosek zu bedenken. Trotzdem sei die Arbeitslosigkeit EU-weit die niedrigste. "Wir sind trotz dieser unerfreulichen Zahlen besser durch die Krise gekommen als die meisten anderen Länder. Das ist nicht selbstverständlich. Unter Schwarz-Blau gab es trotz Hochkonjunktur Rekordarbeitslosigkeit", machte die Frauenministerin klar. Auf einen positiven Aspekt wies sie hin: "Die Beschäftigungsquote bei Frauen liegt mit 67,3 Prozent neun Prozent über dem EU-Schnitt", freut sich die Frauenministerin.

Heinisch-Hosek wies darauf hin, dass sehr viele Frauen noch immer in Teilzeitarbeit beschäftigt seien. "Viele wollen Vollzeit arbeiten, haben aber etwa keine adäquaten Kinderbetreuungseinrichtungen in ihrer Nähe. Hier wollen wir weitere Verbesserungen schaffen und alte Rollenbilder aufbrechen. Mit dem Papamonat im öffentlichen Dienst und dem Ausbau von qualitätsvollen Kinderbetreuungseinrichtungen, die nicht über Mittag zusperren, haben wir hier schon erste Schritte gesetzt." Eine klare Absage erteilte sie den Forderungen nach einer frühzeitigen Anhebung des Frauenpensionsalters, wie sie ÖVP-Chef Spindelegger wünscht. "Viele Frauen gehen jetzt schon aus Arbeitslosigkeit oder Krankheit in Pension. Eine frühzeitige Anhebung wäre verantwortungslos. Viel wichtiger ist es, gute Arbeitsplätze zu schaffen, die Frauenbeschäftigungsquote weiter zu erhöhen und die Teilzeitarbeitsquote zu verringern. Dafür setze ich mich ein", machte die Frauenministerin klar.