Heinisch-Hosek: 12-Stunden-Arbeitstag ist eine arbeitnehmerInnen- und frauenfeindliche Forderung

Noch immer keine Klarstellung von Spindelegger zum Thema Frauenpensionen

Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek betonte, heute, Dienstag, in einer Pressekonferenz dass sie die ÖVP-Forderung nach einem 12-Stunden-Arbeitstag klar ablehnt: "Viele Frauen arbeiten jetzt schon in Teilzeit und können aufgrund des mangelnden Angebots an Kinderbetreuungsplätzen keinem 8-Stunden-Job nachgehen. Ein 12-Stunden-Tag bedeutet zusätzliche Belastung und mehr Überstunden, die nicht entsprechend bezahlt werden. Das ist zynisch."

Frauen arbeiten auf Grund der ungleichen Aufteilung von unbezahlter Arbeit im Haushalt und in der Kinderbetreuung bzw. Pflege noch immer öfter in Teilzeit als Männer. "Aus frauenpolitischer Sicht ist deswegen die Forderung nach einem 12-Stunden-Arbeitstag doppelt und dreifach abzulehnen. Offensichtlich will die ÖVP die Frauen zurück in starre Rollenbilder drängen, wo sie gar nicht arbeiten oder drei bis vier Stunden genügen. Das lehnen wir klar ab", machte die Frauenministerin klar.

Heinisch-Hosek betonte, dass der österreichische Arbeitsmarkt ohnehin schon sehr flexibel sei. Bemerkenswert sei es, dass die ÖVP jede Maßnahme zu gunsten von ArbeitnehmerInnen und besonders Frauen ablehne: "Die ÖVP ist gegen den Papamonat in der Privatwirtschaft und gegen einen Mindestlohn von 1.500 Euro. Dafür gibt es noch immer keine Klarstellung von Vizekanzler Spindelegger zum Thema Frauenpensionen, das er selbst aufgeworfen hat und sich jetzt ausschweigt. Nun wird ein 12-Stunden-Arbeitstag gefordert. Dafür stehen wir nicht zur Verfügung. Die SPÖ möchte faire Löhne, eine gerechte Aufteilung der unbezahlten Arbeit und einen flächendeckenden, qualitativen Ausbau von Kinderbetreuungsplätzen. Das ist im Sinne der ArbeitnehmerInnen und der Frauen."