Bayr zum Welterschöpfungstag: Ökologische Verschuldung der Menschheit nicht einfach hinnehmen!

Produktions- und Konsummuster der Menschheit zukunftsfähig gestalten

"Alle uns statistisch heuer zustehende Ressourcen haben wir mit dem heutigen Tag verbraucht. 1993 war der Welterschöpfungstag noch am 21. Oktober", stellt Petra Bayr, Bereichssprecherin für globale Entwicklung der SPÖ, heute, 20. August besorgt fest. Weil der Ressourcenverbrauch ständig ansteigt, wird der Welterschöpfungstag immer früher gemessen. Mitte der 70er Jahre wurde die kritische Grenze zum ersten Mal erreicht. Der ökologische Fußabdruck der Menschheit ist seit dem größer als die Kapazität des Planeten: Rein statistisch gesehen werden der Erde nach dem Welterschöpfungstag mehr Ressourcen entnommen als sie in einem Kalenderjahr erneuern und mehr Treibhausgase zugemutet, als sie aufnehmen kann. Das Global Footprint Network errechnet jedes Jahr, aber wann die Menschheit auf ökologischem Pump lebt.

"Wir brauchen rasch ein Umdenken in den Produktions- und Konsummuster, um zukunftsfähig zu werden", fordert Bayr angesichts der Tatsache, dass sich die Menschheit seit den 70er Jahren ökologisch verschuldet. "Die Wegwerfgesellschaft hat ausgedient und neue Konzepte, wie Teilen statt Kaufen oder Nutzen statt Besitzen müssen in den reichen Ländern Einzug halten", fordert Bayr. Denn es sind vor allem die Industrienationen, die über ihre ökologischen Verhältnisse leben. Negativ Spitzenreiter ist Japan: Die japanische Bevölkerung etwa benötigt siebenmal die natürlichen Ressourcen, die dem Land Japan zur Verfügung stehen. "Es ist verantwortungslos, dass nur ein Viertel aller Menschen durch ihren Lebensstiel den Großteil der Übernutzung verursacht. Durch Bewusstseinsbildung der KonsumentInnen und Regulierung der Industrie müssen zukunftsfähige Produktions- und Konsummuster Einzug halten. Ein zukunftsfähiges Leben für alle Menschen ist möglich, auch ohne Verzicht auf Lebensqualität!", ist Bayr überzeugt.