Heinisch-Hosek: Quoten als Karrierebeschleuniger für Frauen

Verleihung des Johanna-Dohnal-Förderpreises 2013 im Bundeskanzleramt

"Dank der Einführung einer Quotenregelung an allen Gremien der Universitäten hat sich die zahlenmäßige Situation bei den Rektorinnen verbessert. Aus null wurden vier, was einem Anteil von 19 Prozent entspricht. Bei den Vizerektorinnen halten wir mittlerweile bei 38, das sind immerhin 50,7 Prozent", erklärte Bundesministerin Gabriele Heinisch-Hosek bei ihrer Begrüßungsrede im Rahmen der Verleihung des Johanna-Dohnal-Förderpreises gestern, Mittwoch, im Bundeskanzleramt. "Quoten sind Beschleuniger dessen, was Frauen verdienen – jene Stellen einzunehmen, für die sie gut ausgebildet sind und wo sie ganz einfach hingehören. Bereits für Johanna Dohnal waren Quoten ein Credo. Sie hat darin ein wirksames Instrument gesehen, um Prozesse zu beschleunigen und um Talente von Frauen nicht zu vergeuden", so Heinisch-Hosek. Sie verwies darauf, dass Johanna Dohnal bereits seinerzeit mit ihrer Kampagne "Mädchen können mehr" zum Einstieg in technische Ausbildungsfelder motivieren wollte, um in von Männern besetzte Domänen vorzudringen.

"2013 ist es noch immer schwierig, Mädchen für Technik zu begeistern. Deswegen ist es wichtig, jene jungen Frauen zu präsentieren, die eine wissenschaftliche Karriere begonnen haben. Weiterhin werden Forschungsaufträge an Frauen weniger großzügig vergeben. Zudem ist es für sie schwer, Auslandsaufenthalte anzunehmen, weil sie gemäß einer Studie zögerlicher sind – sie haben die schwierige Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Blick. So werden noch immer häufig Studienrichtungen in nicht-technischen Bereichen von Frauen gewählt. In karriererelevanten und hoch angesehenen naturwissenschaftlichen Bereichen finden wir zu wenige von ihnen vor. Daher ist es umso wichtiger, dass wir im Sinne Johanna Dohnals Absolventinnen solcher Studien vorstellen dürfen", so Heinisch-Hosek.

Die von einer Jury ermittelten Preisträgerinnen der Förderpreise sind Evelyn Wascher, Sophie Lillie und Elisabeth Anna Günther. Das Stipendium wurde an Isabella Scheibmayr vergeben. Johanna Dohnal, der Namensgeberin des nun zum zehnten Mal verliehenen Preises, war die Ausbildung von Mädchen und Frauen stets ein zentrales politisches Anliegen. Damit soll auch ein Zeichen gegen Studiengebühren und für den freien Zugang zu öffentlichen Bildungsinstitutionen gesetzt werden. Die Auszeichnung erfolgt an Dissertantinnen und Diplomandinnen, die ein technisches und/oder ein feministisches Studium absolvieren.

Abschließend bedankte sich Heinisch-Hosek bei den Jurymitgliedern für die schwer zu treffende Auswahl und bei den Preisträgerinnen für ihre qualitativ hochwertigen Abschlussarbeiten. Und zu guter Letzt sei auch noch jenen Personen, Organisationen und Unternehmen zu danken, die die Finanzierbarkeit der Preise ermöglichten.

Foto: BKA/Wenzel