Wurm: Bildung ermöglicht selbstbestimmtes Leben

Mehrsprachigkeit, Ausbau der Ganztagesbetreuung und eine gemeinsame Schule sind wesentliche Grundpfeiler für gleichberechtigte Bildungschancen

Aus Anlass der heutigen Enquete des SPÖ-Parlamentsklubs zum Thema "Integration unter dem Frauenaspekt" nannte SPÖ-Frauen- und Gleichbehandlungssprecherin Gisela Wurm einmal mehr die zentralen Herausforderungen für eine erfolgreiche Integrationspolitik – insbesondere unter dem Frauenaspekt: "Noch immer bestimmen sozio-ökonomische Bedingungen über das berufliche Weiterkommen. Daher brauchen wir eine gemeinsame Schule der 10- bis 14-Jährigen und einen Ausbau der ganztägigen Betreuung", sagte Wurm am Mittwoch bei der Enquete. "Ziel muss es sein, das Bildungsniveau kontinuierlich und durchgehend zu erhöhen, um für die nächste Generation die Chancen zu verbessern unabhängig von ihrer kulturellen und sozialen Herkunft."

Als eine weitere wesentliche Herausforderung bezeichnet die SPÖ-Frauen- und Gleichbehandlungssprecherin die Förderung der Mehrsprachigkeit. "Wer seine Muttersprache kann, kann auch einfacher jede weitere Sprache lernen", so Wurm. Außerdem hat Mehrsprachigkeit auch einen volkswirtschaftlichen Nutzen. In diesem Zusammenhang betont Wurm die Notwendigkeit der niederschwelligen und kostengünstigen Möglichkeiten des Spracherwerbs insbesondere von erwachsenen Frauen und nennt als ein erfolgreiches Beispiel unter vielen die Innsbrucker Initiative "Frauen aus allen Ländern", die Deutschkurse für Migrantinnen anbietet. Handlungsbedarf sieht die SPÖ-Frauen- und Gleichbehandlungssprecherin auch bei der sogenannten Nostrifizierung und Anerkennung von Bildungsabschlüssen von Frauen aus dem Ausland. "Noch immer sind Übersetzungen und Beglaubigungen unverhältnismäßig teuer und kompliziert. Dieser Umstand ist dafür verantwortlich, dass ein Riesenpotential an Wissen und Können von Frauen, die nach Österreich gekommen sind, einfach brach liegt", sagte Wurm.