Heinisch-Hosek: Teenagerschwangerschaften auch in Österreich ein Thema

3.ooo Teenagerschwangerschaften pro Jahr – Aufklärung und Verhütung wichtig

Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek eröffnete am Mittwoch die Tagung der Plattform "Mutternacht" "Wenn Kinder Kinder kriegen – Teenagerschwangerschaften im nationalen und globalen Kontext" in der Diplomatischen Akademie Wien.

"Es gibt leider noch immer eine globale Gleichgültigkeit gegenüber dem Thema Schwangerschaft", betonte Heinisch-Hosek. Jährlich sterben weltweit rund 287.000 Frauen an Komplikationen während der Schwangerschaft und der Geburt. Ein Großteil dieser Todesfälle ereignet sich in Ländern des Südens. Die meisten wären durch verbesserte Gesundheitsversorgung, Bildung von Mädchen oder Zugang zu Verhütungsmitteln vermeidbar. "Genau hier müssen wir ansetzen, um die Säuglings- und Müttersterblichkeit deutlich reduzieren zu können", sagte die Frauenministerin.

Ein erhöhtes Risiko gibt es vor allem bei Teenagerschwangerschaften. Komplikationen während der Schwangerschaft oder der Geburt sind die Haupttodesursache bei 15-bis 19-jährigen Mädchen in Entwicklungsländern. Ihr Risiko, während der Geburt oder der Schwangerschaft zu sterben, ist doppelt so hoch wie bei über 20-jährigen Frauen. "Aber auch in Österreich gibt es rund 3.ooo Teenagerschwangerschaften pro Jahr", betonte Heinisch-Hosek. Mit Hilfe von Aufklärungskampagnen wie dem "Love Bus" soll die Zahl deutlich gesenkt werden.

"Es gibt gute Initiativen in Österreich, aber gesetzliche Angebote müssen noch weiterentwickelt werden", betonte die Frauenministerin und führte z.B. Verhütungsmittel und Schwangerschaftsabbruch auf Krankenschein an. "Doch Verhütung ist nicht nur reine Frauensache", so Heinisch-Hosek. "Ziel ist es, die Gesundheit von Frauen weiter zu verbessern und hier die nächsten Schritte zu setzen."