5. Frauenbarometer – Schwerpunkt „Individuelle Lebenssituation und Belastungen für Frauen“

„Viele Frauen haben Geldsorgen, Wohnen ist die Belastung Nummer 1, und bei der Aufteilung der unbezahlten Arbeit muss sich auch noch so einiges ändern. Das sind die Hauptergebnisse dieses Frauenbarometers.“ (Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek)

Im ersten Frauenbarometer 2013 haben wir gefragt: Wie sieht die individuelle Lebenssituation der Österreicherinnen und Österreicher aus, wie steht es um ihre finanzielle Lage und wo soll die Politik ansetzen? Und auch bei diesem Frauenbarometer sind die Ergebnisse spannend wie aufschlussreich.

Vier von zehn Österreicher/innen kommen mit Einkommen nur unter Schwierigkeiten aus
Rund 61 % der Österreicher/innen kommen mit ihrem Haushaltseinkommen „sehr gut“ bis „ziemlich problemlos“ über die Runden, allerdings geben 39 % der Befragten an, einige bis große Schwierigkeiten zu haben, mit ihrem Einkommen auszukommen. Während 32 % der Männer unter Geldsorgen leiden, klagen 44 % der weiblichen Befragten über finanzielle Schwierigkeiten.

Insgesamt ist Wohnen der Bereich, der die Geldbörsen der Österreicher/innen am stärksten strapaziert. 38 % empfinden die Wohnkosten als „sehr“, weitere 35 % als „eher belastend“. An zweiter Stelle folgen die Ausgaben für Lebensmittel. 25 % der Befragten beschreiben diese als „sehr“, 44 % als „eher belastend“. Danach folgen Aufwendungen für Energie (Strom, Gas), Verkehr, Medikamente, Freizeit und Kinderbetreuung. Interessant ist hierbei der Unterschied zwischen Männern und Frauen: Während Frauen zuerst die Bereiche Lebensmittel, Wohnen, Energie und Medikamente als belastend nennen, sind es bei Männern vor allem Verkehr und Freizeit.

Finanzielle Lage und berufliche Situation als Hauptsorgen
„Niedrigere Wohnkosten“ (84 %), „weniger Druck am Arbeitsplatz“ (74 %), „Halbe-Halbe bei der Hausarbeit“ (57 %), „weniger Überstunden“ (55 %) und „Entlastung bei der Pflege von Angehörigen“ (52 %) werden von den Befragten am häufigsten als Beiträge betrachtet, die „sehr oder eher“ zu ihrer persönlichen Entlastung beitragen könnten.

Jede/r zweite Österreicher/in sieht Aufholbedarf bei Vereinbarkeit von Familie und Beruf
55 % der Österreicher/innen sind der Ansicht, dass Frauen an ihrem Arbeitsplatz bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu wenig entgegengekommen wird. Frauen (61 %) bejahen diese Aussage häufiger als Männer (49 %).

Rund die Hälfte der Befragten (49 %) ist der Auffassung, dass sich die Situation von Frauen „nur durch eine wirklich gerechte Aufteilung von Haus- und Erziehungsarbeit zwischen Frauen und Männern langfristig verbessern würde“. Wenig überraschend stimmen Frauen dieser Aussage deutlich eher zu (55 %) als Männer (41 %).
71 % der Befragten halten eine Anhebung des Mindestlohns auf 1.500 Euro brutto pro Monat für ein Gebot der Gerechtigkeit.

Zur Umfrage
Beim österreichischen „Frauenbarometer“ handelt es sich um eine repräsentative Online-Umfrage (n = 1.000) zur Gleichstellung in Österreich. Diese Erhebung wird vierteljährlich durchgeführt und widmet sich dabei auch aktuellen frauenpolitischen Themen. Befragt werden Österreicherinnen und Österreicher zwischen 15 und 69 Jahren. Das Sample der Umfrage ist nach Geschlecht, Alter, Bundesland, Kindern im Haushalt, Schulbildung, Berufstätigkeit und Migrationshintergrund repräsentativ für die österreichische Gesamtbevölkerung. Es werden sowohl Frauen als auch Männer befragt, um geschlechtsspezifische Unterschiede im Problembewusstsein und den Anliegen erfassen zu können.

Hintergrundinformationen zum 5. Frauenbarometer

Foto: BKA/Georg Stefanik