Heinisch-Hosek: Gleichstellung ist ein Garant für Erfolg

Wirtschaftliche Vorteile für Länder mit mehr Gleichstellung

Gleichstellung von Frauen und Männern am Arbeitsplatz muss weiter ausgebaut werden, erklärt Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek heute, Mittwoch, im Parlament. Aber auch Gleichstellung für gleichgeschlechtliche Paare müsse weiter forciert werden.

"Je mehr Gleichstellung in einem Land passiert, desto erfolgreicher ist dieses Land", betonte die Bundesministerin und stellte fest, dass Österreich in diesem Bereich auf einem guten Weg sei, aber noch viel zu tun bleibe.

Die Gleichstellung von Frauen und Männern am Arbeitsmarkt müsse auch weiter thematisiert werden, erklärte Heinisch-Hosek, um die Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie weiterhin zu verbessern. Dies sei wesentlich, damit Frauen in Österreich ein eigenständiges, finanziell unabhängiges Leben führen können, erläuterte die Frauenministerin.

Es gehe auch um Gleichstellung außerhalb der Arbeitswelt, führte Heinisch-Hosek aus, etwa um die Möglichkeit, genug Zeit mit der Familie verbringen zu können. Dafür brauche es auch eine ausreichende Entlohnung, damit der finanzielle Zwang nicht regelmäßige Überstunden erfordere.

Die Frauenministerin hielt fest, dass die Gleichstellung verschiedenster Lebensentwürfe ebenso wichtig sei. "Warum soll die Politik den Menschen vorschreiben, wie sie leben sollen?", so Heinisch-Hosek. Ein erster Erfolg sei dazu das Gesetz zur eingetragenen PartnerInnenschaft. Noch vor dem Sommer solle sichergestellt sein, dass zudem auch mitgebrachte Kinder in gleichgeschlechtlichen PartnerInnenschaften adoptiert werden können.

Für die 4,3 Millionen Frauen in Österreich – 51,2 Prozent der Bevölkerung – wurde in den letzten fünf Jahren viel erreicht, so Heinisch-Hosek. So konnten seit 2009 jährlich ca. 7.000 neue Kinderbetreuungsplätze geschaffen werden. Um die Transparenz von Gehältern auch in der Privatwirtschaft zu erreichen, erklärte Heinisch-Hosek, im Frühjahr gemeinsam mit den Sozialpartnern weitere Verbesserungsvorschläge zu diskutieren. Das Schließen der Gehaltsschere sei nach wie vor erklärtes Ziel, betonte die Frauenministerin, "wir sind noch immer an vorletzter Stelle in der EU, hier muss noch viel unternommen werden!"

800.000 Frauen arbeiteten in Österreich in Teilzeitjobs, weitere 100.000 Frauen wären in "Arbeitsplätzchen" prekär beschäftigt, hielt die Bundesministerin fest. Hier müsse die Politik gemeinsam mit der Wirtschaft andere Rahmenbedingungen schaffen, um diese unbefriedigende Arbeitssituation zu verbessern. Dazu gehöre auch, das im öffentlichen Dienst gut funktionierenden Papamonat auch in der Privatwirtschaft zu unterstützen, so die Frauenministerin abschließend.