Präsentation Dohnal-Buch – Heinisch-Hosek: „Die wichtigsten Verbündeten der Frauen sind die Frauen“

Frauenministerin würdigt Johanna Dohnal bei Buchpräsentation zu "Johanna Dohnal – ein politisches Lesebuch"

Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek hat am Donnerstagabend in Wien zusammen mit der Herausgeberin Heidi Niederkofler Buch zu Johanna Dohnals politischem Lebenswerk mit dem Titel "Johanna Dohnal – ein politisches Lesebuch" präsentiert.

Anschließend fand unter Leitung von SPÖ-Bundesfrauengeschäftsführerin Andrea Mautz eine Podiumsdiskussion mit Maria Mesner (Herausgeberin,
 Historikerin, Leiterin des Johanna Dohnal-Archivs und der Bruno Kreisky-Stiftung), Julya Rabinowich (Schriftstellerin) und Carina Altreiter (Soziologin) statt.

"Heute ist der Geburtstag einer großen Politikerin", wies die Ministerin in ihren Begrüßungsworten auf die Bedeutung des Tages hin. "Es ist ein guter Tag. Es ist ein gutes Buch und soll einen Anstoß geben, darüber nachzudenken, was Frauenrechte heutzutage bedeuten." Heinisch-Hosek würdigte Johanna Dohnal und bemerkte, dass es eigentlich "unmöglich sei, in ein Buch zu fassen, was Johanna Dohnal geleistet hat." Sie erinnerte an die außergewöhnliche Politikerin
Dohnal und welch wichtige Rolle sie als Vorreiterin für die Durchsetzung der Frauenrechte eingenommen habe.

Zugleich erinnerte die Frauenministerin auch an den gestrigen "V-Day". Auf den Tag genau vor 15 Jahren wurde er ins Leben gerufen und soll darauf aufmerksam machen, dass Gewalt gegen Frauen kein Kavaliersdelikt ist. Schätzungen zufolge ist jede dritte Frau weltweit von Gewalt betroffen. In dem Zusammenhang steht auch die Kampagne "One billion rising", die unter dem Motto "strike, dance, rise" geführt wird und Frauen weltweit zu Flashmobs gegen Gewalt an
Frauen aufruft. Heinisch-Hosek wies auch darauf hin, dass heuer vor zwanzig Jahren die UNO die Deklaration von Beseitigung von Gewalt
gegen Frauen verabschiedete. In dieser habe Johanna Dohnal maßgebend  zu der Erweiterung der Frauenrechte beigetragen. "Frauenrechte sind
Menschenrechte und dank Dohnal auf der Tagesordnung", merkte Heinisch-Hosek an.

Zur aktuellen Debatte um die Verschärfung von Strafen für sexueller Gewalt machte die Ministerin auf die unterschiedliche Definition im Arbeitsbereich und außerhalb aufmerksam. "Sexuelle Gewalt wird sehr  weit gefasst. Im Arbeitsrecht ist einigermaßen klar geregelt, was sexuelle Belästigung umfassen kann. Im privaten Bereich jedoch nicht klar genug. Früher waren Delikte in diesem Bereich mit 700 Euro Mindeststrafe behaftet, diese konnten wir jedoch auf 1.000 Euro
 erhöhen." Heinisch-Hosek betonte aber auch, dass neben Strafen der "wertschätzende Umgang miteinander und vor allem Respekt" wichtig seien. Ein weiterer entscheidender Schritt für Frauen wäre die von den SPÖ-Frauen geforderte Ausweitung des Betretungsverbots auf Kinderbetreuungsstätten, damit Frauen und Kinder noch besser vor gewalttätigen Männern geschützt würden.

All diese Errungenschaften stehen im "Kontext der Bemühungen von Johanna Dohnal", fasst die Ministerin zusammen. Vieles gebe es aber
noch zu tun. Hier weist Heinisch-Hosek vor allem auf die prekäre Arbeitssituation von über 300.000 Österreicherinnen und Österreichern
hin, wobei hier hauptsächlich Frauen betroffen seien, und forderte "gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit". Doch es sei schwierig, Schritte in der Lohnpolitik zu erreichen, weil Vertreter der Wirtschaft oft ganz andere Interessen vertreten. Nichtsdestotrotz konnte die Frauenministerin einiges in der Sache vorantreiben:
Stelleninserate mit verpflichtenden Gehaltsangaben sowie geschlechtersensible Kollektivverträge. "Die errungenen Frauenrechte müssen bewahrt werden. Wir wollen aber auch noch mehr voranbringen."

Abschließend appellierte Heinisch-Hosek an die Solidarität unter Frauen und schließt mit einem Zitat Johanna Dohnals: "Die wichtigsten Verbündeten der Frauen sind die Frauen." 

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