Bayr: Gewalt gegen Frauen ist ein weltweites Problem

Heute um 17 Uhr Aktion "One Billion Rising" vor dem Parlament

In einer gemeinsamen Pressekonferenz von der SPÖ-Nationalratsabgeordneten und Bereichssprecherin für globale Entwicklung Petra Bayr mit Ulrike Lunacek, Europaparlamentarierin der Grünen, der grünen Nationalratsabgeordneten Judith Schwentner und Maria Rösslhumer, Geschäftsführerin der Autonomen Frauenhäuser appellierten alle an ein Ende der Gewalt gegen Frauen. Gewalt gegen Frauen ist ein vielschichtiges Problem. So gibt es psychische, physische und sexuelle Gewalt, die oft Hand in Hand gehen. Bayr machte vor allem auf Gewalt gegen Frauen im entwicklungspolitischen Kontext aufmerksam: "140 Millionen Frauen sind weltweit von weiblicher Genitalverstümmelung betroffen. Das ist nicht hinnehmbar."

Bayr verwies auf die schreckliche Gruppenvergewaltigung in Indien, die den ganzen Subkontinent wachgerüttelt hätte. Es sei positiv, dass eine breite Debatte über Gewalt gegen Frauen geführt werde. Gleichzeitig verwies sie aber auch auf Länder wie Südafrika, in denen ähnliche Fälle zu keinem gesellschaftlichen Aufschrei führten. "In Südafrika ist es für ein fünfjähriges Mädchen wahrscheinlicher, dass es bis zu seinem zwölften Lebensjahr Opfer einer Vergewaltigung wird, als dass es Lesen und Schreiben lernt", erläutert Bayr. Sie betonte gleichzeitig, dass Gewalt gegen Frauen nicht bloß Thema einzelner Staaten sei, sondern auf der ganzen Welt vorkomme, auch in Österreich. Bayr verwies in diesem Zusammenhang auf den Fall einer Vergewaltigung in der U6.

Die Bereichssprecherin für globale Entwicklung machte auch auf systematische Gewalt gegen Frauen aufmerksam. So seien etwa in Bosnien Vergewaltigungen als Kriegsmittel eingesetzt worden. Eine andere Form der systematischen Menschenrechtsverletzungen an Frauen ist weibliche Genitalverstümmelung. Bayr, Mitbegründerin der überparteilichen Plattform "stopFGM", führt dazu aus: "Es braucht mehr finanzielle Mittel in der Entwicklungsarbeit für sexuelle und reproduktive Gesundheit von Frauen und um FGM zu bekämpfen. Frauen auf der ganzen Welt sind davon betroffen." Umso wichtiger sei es, dass Österreich die Istanbul-Konvention des Europarats gegen Gewalt an Frauen und Mädchen endlich ratifiziere. "Inhaltlich gibt es keine Probleme, und aus meiner Sicht keine Hindernisse für eine schnelle Ratifizierung", drängt Bayr die Innenministerin zu einem schnelleren Handeln. Einige Mitgliedstaaten haben die Konvention unterzeichnet, aber nur Portugal hat sie bis jetzt ratifiziert.

Abschließend verwies Bayr auf die heute stattfinde Aktion zu "One Billion Rising". Diese Initiative wurde von Eve Ensler, der Verfasserin der "Vagina-Monologues" ins Leben gerufen. Eine Milliarde Frauen und solidarische Männer sollen weltweit auf die Straße gehen, um in Tanz-Flashmobs auf Gewalt gegen Frauen hinzuweisen. "Machen wir den 14. Februar zu einem Tag 'V-Day', zu einem 'Victory over Violence' Day gegen Gewalt", fordert Bayr alle auf sich daran zu beteiligen.

Fotos: Parlamentsdirektion/Mike Ranz