Sexuelle Belästigung, wie etwa Pograpschen, muss künftig strafrechtliche Konsequenzen haben

„Es ist hoch an der Zeit, dass sexuelle Belästigung – wie etwa Pograpschen – endlich auch strafrechtliche Konsequenzen hat. Das habe ich schon wiederholt an die Justizministerin herangetragen.“ (Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek)

Die #aufschrei-Debatte auf Twitter ist wichtig, denn endlich wird über Sexismus im Alltag geredet. Es ist erschütternd, wie viele Frauen sich jetzt outen und über ihre Erfahrungen mit sexualisierter Gewalt berichten – die vielen persönlichen Erfahrungsberichte sind schockierend. Und auch beim Frauenbarometer von November 2012 haben 33 % der Frauen angegeben, sexuelle Belästigung persönlich erlebt zu haben. Das ist erschreckend und zeigt, es braucht einen Kulturwandel.

Noch immer nehmen sich manche Männer Dinge heraus, die völlig inakzeptabel sind und haben dabei offensichtlich kein Unrechtsbewusstsein. Sie betrachten Frauen als Objekte, nicht als gleichwertige Menschen. Es geht immer auch um die Ausübung von Macht, um Grenzüberschreitung und Selbstbestätigung auf Kosten von Frauen.

Die Intensität der öffentlichen Diskussion zeigt, wie weit verbreitet sexistische Übergriffe gegenüber Frauen immer noch sind – und wie dringend hier Handlungsbedarf besteht. Auf politischer Ebene fordert die Frauenministerin daher seit langem, den Schutz der Opfer auszuweiten. Konkret sollte sexuelle Belästigung wie Pograpschen endlich auch strafrechtliche Konsequenzen haben. Das hat sie schon wiederholt Justizministerin Beatrix Karl herangetragen. Es ist höchste Zeit, dass hier etwas geschieht. Die gesellschaftliche Debatte ist begonnen, und das ist gut so. Aber jetzt braucht es auch klare Ansagen der Politik. Denn nur so schaffen wir das Umdenken in den Köpfen, das es so dringend braucht.