Wurm: „Hinschauen und Hilfe bieten“

Häusliche Gewalt gegen Frauen darf kein Tabuthema mehr sein

Opfer von häuslicher Gewalt haben oft einen langen Leidensweg hinter sich, bevor sie Hilfe suchen. Die Zahlen sind erschreckend, in Österreich wird jede fünfte Frau Opfer von Gewalt aus ihrem direkten Umfeld und die Dunkelziffer liegt weit höher. Gewalt gegen Frauen ist eine Verletzung der Menschenwürde und der Menschenrechte und muss absolut ernst genommen werden.

Am gestrigen Tag der Menschenrechte machten die SPÖ-Frauen mit ihrer Vorsitzenden NRin Gisela Wurm nochmals mit einer Straßenaktion auf das Thema aufmerksam. Die Aktion „Frauen lesen gegen Gewalt“ ist Teil der Kampagne „16 Tage gegen Gewalt“, die jedes Jahr das Recht auf ein Leben ohne Gewalt betont. Die Künstlerinnen Christine Frei und Ursula Beiler unterstützten die SPÖ-Frauen. Christine Frei trug berührende Texte von Gewaltopfern vor, Ursula Beiler bot eine feurige Performance.

„Gewalt gegen Frauen passiert oft still und heimlich im familiären Umfeld und in den eigenen vier Wänden, die eigentlich der sicherste Ort sein sollten. Für unzählige Frauen sind Hilfseinrichtungen nach Jahrzehnten des Leidens die einzige Chance auf eine gewaltfreie Zukunft für sich und ihre Kinder“, betonte Wurm.

Hilfe bei Gewalt bieten u.a. das Frauenhaus, das Gewaltschutzzentrum oder die kostenlose Frauenhelpline. Die Telefonnummern der Schutzeinrichtungen wurden zusammen mit einer kleinen Stärkung in Form von heißen Maroni verteilt.

Die Zahl der polizeilichen Wegweisungen bzw. Betretungsverbote ist von 2010 auf 2011 in Tirol von 330 auf 441 angestiegen. Gewalt gegen Frauen ist keine Randerscheinung und keine Privatsache sondern ein Verbrechen. Im Tiroler Gewaltschutzzentrum wurden bis Mitte November 1046 Personen aufgenommen, 920 davon waren Frauen.

Foto: SPÖ / Hitthaler
Machten sich stark gegen Gewalt an Frauen: Die Künstlerinnen Christine Frei und Ursula Beiler mit der Frauenvorsitzenden der SPÖ Tirol, NRin Gisela Wurm (Mitte).