Heinisch-Hosek/Binder-Maier: Gewalt gegen Frauen – nicht mit der SPÖ NÖ

Jede fünfte Frau in Niederösterreich ist Opfer von Gewalt in der Familie

Die SPÖ Frauen NÖ führen auch heuer viele Aktionen durch, um bei den 16 Tagen gegen Gewalt an Frauen von 25. November bis 10. Dezember darauf hinzuweisen, dass Gewalt gegen Frauen ein gravierendes Problem ist und nicht toleriert werden darf. Jede fünfte Frau war, wird oder ist schon einmal in ihrem Leben von Gewalt betroffen gewesen. In NÖ leben 823.228 Mädchen und Frauen im Alter von 0 bis über 100 Jahren. Bei jeder fünften von Gewalt betroffenen Frauen wären das in NÖ 164.600 Frauen, die Gewalt im familiären Umfeld erleben bzw. erleben werden. Insgesamt wurden 2011 vom Gewaltschutzzentrum Niederösterreich 1.923 Personen familiärer Gewalt betreut, 1.697 davon (88 Prozent) waren Mädchen oder Frauen. 1.311 Personen waren erstmals KlientIn im Gewaltschutzzentrum NÖ. Der Großteil der betreuten Personen waren österreichische StaatsbürgerInnen (1.557/81 Prozent). Aus den Nicht-EU-Ländern (222/11,5 Prozent) überwiegt die Türkei und aus den EU-Staaten (117/6 Prozent) stechen Deutschland, Rumänien und die Slowakei hervor. Von 27 (1,5 Prozent) der KlientInnen blieb die Staatsbürgerschaft unbekannt.

"Im Rahmen der '16 Tage gegen Gewalt' wollen wir SPÖ Frauen verstärkt darauf aufmerksam machen, dass immer noch tausende Frauen Opfer von Gewalttaten werden. Unsere Gesetze sind gut, aber leider oft nicht ausreichend. Mir ist es daher wichtig, dass Frauen und Mädchen wissen, wo Sie sich hinwenden können wenn Ihnen Gewalt widerfährt", so die Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek. Gemeinsam mit der SPÖ NÖ Landesfrauenvorsitzenden hat sie heute bei einer Verteilaktion am Bahnhof in Baden auf die 16 Tage gegen Gewalt an Frauen aufmerksam gemacht – mit Frühstückssackerl mit dem Aufdruck der Frauenhelpline, gefüllt mit einem Briochekipferl.

"Gewalt in der Familie ist ein Problem, von dem überdurchschnittlich viele Frauen betroffen sind. Laut Definition handelt es sich um geschlechtsspezifische Gewalt, die spezifische Maßnahmen, Informationen und Präventionen bedarf. Gewalt ist eine Verletzung von Menschenrechten und ein Unrecht sowohl im öffentlichen wie im privaten Raum. Gewalt an Frauen ist die häufigste schwere Menschenrechtsverletzung und dass ist eine Tatsache die wir niemals akzeptieren werden", so die Landesfrauenvorsitzende der SPÖ NÖ, NRin Gabriele Binder-Maier.

Binder-Maier spricht sich daher für präventive Maßnahmen aus, die die ökonomische Unabhängigkeit von Frauen fördern: "Bei Gewalt an Frauen liegt ein ungleiches Machtverhältnis und Rollenverständnis zugrunde. Die betroffenen Frauen haben oft Angst, aufgrund finanzieller Abhängigkeiten gegenüber dem Partner aus der vorhandenen Gewaltspirale auszubrechen. Daher ist es notwendig, dass Frauenbeschäftigung gefördert wird, Aus- und Weiterbildung möglich ist, eine Neubewertung von Arbeit vorgenommen wird, ein Mindestlohn von 1.500 Euro gesetzlich festgeschrieben wird und Kinderbetreuungseinrichtungen auf zeitgemäße Anforderungen sowohl was Qualität und Quantität betrifft, ausgebaut werden."

Sie weist darauf hin, dass die sechs niederösterreichischen Frauenhäuser bei der Betreuung von Gewaltopfern wichtige Arbeit leisten und unverzichtbare soziale Einrichtungen sind. Binder-Maier fordert für die Frauenhäuser dringend höhere finanzielle Mittel und langfristige, fixe Finanzierungsverträge, um die gute Betreuung weiterhin gewährleisten zu können: "Das Land NÖ ist dazu aufgerufen, die notwendigen Mittel ohne Wenn und Aber bereitzustellen, um langfristige Planung zu ermöglichen."