Lisa Wohl

Es braucht sich niemand wundern, wenn solche  zutiefst frauenverachtenden Sendungen gebracht werden: das ist der Spiegel unserer Wegwerfgesellschaft, der teils schon grenzenlos obszön oberflächlich, geschmacklos gewordenen Medien.
Gnadenlos wird unter den Frauen gegenseitig gemobbt, um nur die Schönste im Land zu sein, um den reichsten "Fisch" zu angeln!
Dazu noch chauvinistische, reiche, meist alte oder sportbesessene narzistische Männer als Garnitur und das Maß der Dinge ist komplett…
Als Frau bin ich immer wieder über die Bereitschaft anderer Frauen betroffen, sich durch OPs ein einen Schönheitswahn hineinzusteigern, der momentan eine Einheitsoptik hervorbringt, dem jeweiligen Spitzenmodel, der Hupf- oder Trällerdohle oder gar Prinzessin (wie blöd sind Frauen eigentlich wirklich, dass sie glauben, durch Schönheit wird jede zur Prinzessin????) entsprechend.
Hirn, Herz und Charakter  sind Eigenschaften, mit denen sich die "Schiachen" herumschlagen dürfen; ebenso wie mit dem Ruf, den diese oberflächlichen Betthupferln hinterlassen: nämlich dem, dass eh alle Frauen so sind: berechnend schön, schön, schön doooooooof! Und diese Schönheiten von Skalpellsgnaden bemerken in ihrem Wahn nicht einmal, dass sie, wenn sie ihr Ablaufdatum erreicht haben, ebenso wieder ausgetauscht werden…

Das sind Gedanken einer Frau der ersten Empanzipationsstunde (was auf keinen Fall heißt, dass ich Männerhasserin bin; nein, einzelne Exemplare sind zum Verlieben, aber es gibt nur mehr sehr wenige davon, genauso wenige, wie umgekehrt bei den Frauen vorhanden sind!), Jahrzehnte im Sozialbereich arbeitend (fast nichts, wozu Menschen fähig sind,  ist mir fremd), die sich nichts sehnlicher wünscht, dass alle Frauen – egal welchem(r) Alters, Aussehens, Hautfarbe, Nationalität, Partei etc,  endlich an einem Strang ziehen, um wenigstens bei gleicher Ausbildung gleich wie die Männer entlohnt zu werden! Wenn sich da alle so reinsteigern würden, wie beim Schönheits(mode)-OP-Wahn, hätten wir Frauen insgesamt schon sehr viel gewonnen.
So schäme ich  mich zeitweise für meine Geschlechtsgenossinnen und

verbleibe mit nachdenklichen Grüßen Lisa

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