Wurm: Väterkarenz muss den Nimbus des Exotischen verlieren

Papamonat für die Privatwirtschaft muss forciert werden

"Die Väterkarenz muss den Beigeschmack des Exotischen verlieren. Väter, die in Karenz gehen, müssen zum Normalfall werden. Hier ist noch viel zu tun, um in den Köpfen etwas zu verändern und es Männern zu ermöglichen, Familienarbeit und Kinderbetreuung partnerschaftlich aufzuteilen", betonte SPÖ-Frauensprecherin Gisela Wurm am Montag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. Die Fortsetzung der Kampagne der Frauenministerin "Echte Männer gehen in Karenz" sei ein wichtiger Schritt zur Bewusstseinsbildung. Wobei die SPÖ-Frauensprecherin betont: "Viele Männer wollen in Karenz gehen, stoßen aber in ihrem Unternehmen und Umfeld auf wenig Verständnis."

Wurm betonte, dass es in Skandinavien gerade umgekehrt sei. Dort ist es die Ausnahme, wenn ein Vater nicht in Karenz geht. "In Finnland erleiden die Unternehmen auch keine Einbußen und die Wirtschaft bricht auch nicht zusammen, obwohl 89 Prozent der Väter eine Babypause in Anspruch nehmen." Deutschland steht diesbezüglich weit besser da als Österreich. Da sind es immerhin 26 Prozent der Väter, die in familienbedingte Karenz gehen während Österreich nur auf 4,7 Prozent kommt.

Als weiteren wichtigen Schritt erachtet Wurm die Einführung eines Papamonats für die Privatwirtschaft. "Im öffentlichen Dienst wurde diese Möglichkeit gut angenommen. Eine Ausweitung auf die Privatwirtschaft nach den Vorstellungen von Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek, nämlich einen Monat des Kindergeldbezugs vorzuziehen, wäre kostenneutral und könnte parallel zum Mutterschutz in Anspruch genommen werden", betonte Wurm.

Foto: Parlamentsdirektion, Wilke