Herta Gruber

"Besonders junge Frauen und Mädchen leiden oft unter „vermeintlichen“ Schönheitsfehlern. Anstatt Ihnen Selbstbewusstsein zu vermitteln schenken Eltern oft schon 18 jährigen zur Matura eine Brustvergrößerung. Vielleicht sollten wir den jungen Menschen wieder mehr Werte vermitteln – wie Freundschaft, Solidarität, Menschlichkeit, Herzenswärme.

Vielleicht gehören auch die Menschenrechte wieder vermittelt – dass jeder Mensch gleich viel wert ist – egal welcher Herkunft, Hautfarbe, Religion und auch „Aussehen“. Aber auch der „Jugendwahn“ trägt dazu bei, dass Frauen sich schwer tun, mit dem älter werden, mit Falten, Fettpölsterchen, dem sich verändernden Körper.

Auch selbst stellen wir oft Forderungen, die nicht oder schwer zu erfüllen sind – „fit to work“ – ist sicher gut gemeint – aber auch dort hüpfen ältere Mitarbeiter wie die jungen Tanzbären herum. Unsere Gesellschaft muss lernen zu akzeptieren, dass mit dem Alter auch körperliche und manchmal auch geistige Leistungseinbußen einhergehen.

Wir beurteilen heute generell die Menschen zu sehr nach ihrem Aussehen. Vor kurzem hat ein sehr guter Landesrat eine sehr gute Rede gehalten – was wurde von den eigenen Parteikolleginnen kritisiert –  das Aussehen, und wie er redet und wie er rüberkommt – Nicht die Inhalte, die Werte.

Und da liegt ein ziemlich weiter Weg vor uns, Menschen wieder nach ihrem Wesen, ihrem Sein und Tun zu sehen und nicht nur nach dem äußeren Schein."

Herta Gruber

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