Familienpaket: Heinisch-Hosek sieht Kritik bestätigt

Die 2009 eingeführte steuerliche Absetzbarkeit der Kinderbetreuungskosten bringt den Betroffenen offenbar deutlich weniger als ursprünglich angenommen. Die SPÖ will ein neues Modell der Familienförderung: Absetzbeträge abschaffen und stattdessen Familienbeihilfe erhöhen.

Laut einer Anfragebeantwortung vom Finanzministerium hat die Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten im Jahr 2010 rund 36 Mio. Euro gekostet – erwartet wurden 165 Mio. Euro. Begründet wird die Diskrepanz unter anderem mit der Einführung von Gratiskindergärten. Auch der 2009 geschaffene Kinderfreibetrag kostet weniger als erwartet.

Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek sieht sich in ihrer Kritik am bestehenden System bestätigt. Sowohl bei der Absetzbarkeit der Betreuungskosten als auch beim Kinderfreibetrag bleibe ein Großteil der Gelder liegen, moniert die Ministerin. Das sei nicht gerecht. Heinisch-Hosek plädiert daher für das SPÖ-Modell einer neuen Familienförderung. Es sieht eine Abschaffung der Frei- und Absetzbeträge vor, im Gegenzug soll die Familienbeihilfe auf monatlich 225 bzw. 240 Euro (für Kinder ab 15) erhöht werden. Zuschläge soll es für behinderte Kinder und Alleinerzieher geben. Laut Frauenministerium würden dadurch 150 Mio. für den Ausbau der Kinderbetreuung frei. Von diesem Modell "haben alle Familien etwas", meint Heinisch-Hosek, es sei "gerecht und kostenneutral."