EU-weite Frauenquote in Aufsichtsräten – Wurm: Brauchen mehr Frauen in Entscheidungspositionen

Nach Ablehnung von Redings Quotenplan durch EU-Kommission neuer Anlauf im November

SPÖ-Frauensprecherin Gisela Wurm begrüßt die Hartnäckigkeit von EU-Justizkommissarin Viviane Reding, ihr Vorhaben einer EU-weiten 40-Prozent-Frauenquote für Aufsichtsräte durchzusetzen. Gestern hatte sich mehr als die Hälfte der EU-Kommissare gegen den Vorschlag ausgesprochen. Reding macht Formfehler dafür verantwortlich; auch die Frage etwaiger Sanktionen sei noch zu klären. Im November will sie einen abgeänderten Vorschlag vorlegen. "Wir brauchen mehr Frauen in Entscheidungspositionen. Unternehmen, denen die Chancengleichheit von Frauen egal ist, riskieren zunehmend wirtschaftliche Nachteile", betonte Wurm am Mittwoch gegenüber dem Pressedienst der SPÖ. Dass Viviane Reding sich für die Einführung einer Frauenquote in börsennotierten Unternehmen einsetzt, sei daher zu unterstützen.

Mehrere internationale Studien beweisen, dass Unternehmen mit Frauen in den Führungsgremien wirtschaftlich erfolgreicher agieren und höhere Gewinne erzielen als Unternehmen ohne Frauen in der Chefetage. Das unterstreicht die Notwendigkeit von mehr Frauen in Führungspositionen nicht nur aus Gründen der Gleichbehandlung, sondern auch aus wirtschaftlicher Perspektive. "Wir wissen: Mit Freiwilligkeit kommen wir seit Jahren nicht weiter", betont die SPÖ-Frauensprecherin und erinnert in diesem Zusammenhang an die erfolgreiche Initiative von Ministerin Gabriele Heinisch-Hosek, eine Frauenquote für Führungspositionen in staatsnahen Unternehmen einzuführen. "Diese Quote wirkt", so Wurm. Nach einem Jahr hat schon die Hälfte der Unternehmen einen Frauenanteil von 25 Prozent im Aufsichtsrat.

EU-weit sind derzeit nur 13,5 Prozent der Mitglieder in den Führungsgremien von Unternehmen weiblich. Bis 2020 sollen europaweit 40 Prozent aller Posten in den Aufsichtsräten mit Frauen besetzt sein. Das EU-Parlament steht hinter Redings Vorschlag.

Foto: Parlamentsdirektion/Wilke