Präsentation des 3. Frauenbarometer – Schwerpunkt „Familienförderung“

„Wir brauchen ein neues System der Familienleistungen, das transparent, einfach und gerecht ist. Denn das Labyrinth aus Frei- und Absetzbeträgen verwirrt die Menschen nur. Das beweist das 3. Frauenbarometer“  (Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek)

Wie denkt Österreich über unser System der Familienförderung? Diese Frage steht im Mittelpunkt unseres dritten Frauenbarometers, dessen Ergebnisse die Frauenministerin heute präsentiert hat.

Erstes Ergebnis: ÖsterreicherInnen fühlen sich schlecht informiert. Mehr als die Hälfte der Befragten sagt, sie wissen nicht, welche Leistungen ihnen zustehen. Diese Zahl ist alarmierend, geht es doch um die so wichtige Unterstützung des Staates für unsere Familien.

Zweiter Befund: Die Österreicherinnen und Österreicher wissen genau, was Familien brauchen. Die Top-3-Antworten sind: Bessere Öffnungszeiten der Kinderbetreuungseinrichtungen; eine höhere monatliche Familienbeihilfe; mehr Personal für die Kinderbetreuung.

Drittes Ergebnis: Nur die Hälfte der Männer und ein Viertel der Frauen gibt an, die steuerliche Absetzbarkeit von Kinderbetreuung zu nutzen. Hier haben wir ein Beispiel der vielen Frei- und Absetzbeträge herausgegriffen, von denen wir wissen, dass sie nicht wirklich abgeholt werden – immerhin bleiben jährlich 130 Mio. liegen, weil die Kinderbetreuung von vielen nicht abgesetzt wird. Und auch das Frauenbarometer zeigt schwarz auf weiß: Dieses Instrument der Steuerpolitik ist elitär und bringt den meisten Frauen nichts. Es wird nicht wirklich angenommen, und wenn, dann von Männern, die gut verdienen.

Diesen unübersichtlichen Dschungel wollen wir roden: Führen wir die Geldmittel zusammen, und verteilen wir sie neu. Und zwar in Form einer höheren Familienbeihilfe (225 Euro pro Kind, 240 für ältere Kinder). Denn davon hat jede Familie etwas, und es kostet den Staat kein zusätzliches Geld.

Außerdem brauchen unsere Kinder mehr und bessere Betreuung. Denn nur so können Mütter und Väter Familie und Beruf gut vereinbaren. Auch das wäre einfach – nutzen wir einfach die 150 Mio. Euro, die für komplizierte Absetzbeträge reserviert waren und die sowieso niemand abholt. Damit könnten wir beim Ausbau der Kinderbetreuung ordentlich Gas geben und den Bedarf schneller decken – ohne einen zusätzlichen Euro mehr auszugeben.

Das 3. Frauenbarometer beweist: Österreicherinnen und Österreicher stellen dem jetzigen System der Familienförderung ein schlechtes Zeugnis aus – zu kompliziert, zu ungerecht, zu wenig treffsicher. Was es braucht, ist ein transparentes, ein einfaches und gerechtes System. Und mehr Kinderbetreuung, denn davon haben alle etwas.

Foto: Regina Aigner/BKA