Binder-Maier: Gleicher Lohn für gleiche Qualifikation muss zu einer Selbstverständlichkeit werden

SPÖ NÖ-Frauen für Einkommensgerechtigkeit

Wer verdient wieviel – und ist das gerecht? Diese Frage stellen sich meistens Frauen, denn sie verdienen häufig, selbst bei gleicher Qualifikation, weniger als Männer. Frauen fehlen in bestimmten Arbeitsgebieten, Berufen und auf höheren Stufen der Karriereleiter, sie unterbrechen oder reduzieren häufiger familienbedingt ihre berufliche Tätigkeit und typische Frauenberufe werden immer noch schlechter bezahlt. Bundesministerin Gabriele Heinisch-Hosek setzt deswegen auf Einkommens-Transparenz in den Betrieben und Information, damit Frauen nicht bereits beim Einstellungsgespräch ins Hintertreffen kommen.

"Gleicher Lohn für gleiche Qualifikation muss zu einer Selbstverständlichkeit werden. Die Arbeit von Männern und Frauen ist gleich viel wert, aber oft ungleich bezahlt. Es wird Zeit, dass wir diese Lohnunterschiede beseitigen", erklärt die SPÖ NÖ Landesfrauenvorsitzende, NRin Gabriele Binder-Maier anlässlich des Equal Pay Day. Zahlreichen Aktionen finden in den Bezirken und Gemeinden Niederösterreichs rund um den 3. Oktober statt, denn dies ist der Tag, ab dem Frauen in Niederösterreich – statistisch gesehen – gratis arbeiten.

Bei den aktuellen Fraueneinkommen liegen nur Steiermark und Burgenland hinter Niederösterreich. Die Frauen verdienen in Niederösterreich bei Vollzeitgehältern durchschnittlich 75 Prozent von Männern, bei ganzjähriger Beschäftigung so Binder-Maier: "Die Einführung der Einkommenstransparenz in größeren Unternehmen war ein wichtiger Schritt, um die Unterschiede sichtbar zu machen – nur wenn die Diskriminierungen bekannt sind, können wir auch dagegen auftreten. Diese Ungerechtigkeiten müssen ein Ende haben." Die Ursachen für das Auseinanderklaffen der Einkommensschere sind eine überwiegende Beschäftigung der Frauen in Niedriglohnbranchen, eine überproportionale Beschäftigung in Hilfs- und Dienstleistungstätigkeiten und ein geringer Anteil an Frauen in Führungspositionen. "Es gibt gravierende Unterschiede, nur weil Frau eine Frau ist. Das ist ungerecht, dem wollen wir entgegenwirken. Frauen haben ein Recht auf ein faires Einkommen – Schluss mit der Einkommensdifferenz!", fordert Binder-Maier. Eine weitere wesentliche Ursache für die Einkommensdifferenz ist der ständig steigende Anteil an Teilzeitbeschäftigten, jedoch wird Teilzeitarbeit nicht immer freiwillig verrichtet. Laut einer Arbeitskräfteerhebung der Statistik Austria für das Jahr 2010 wollten lediglich 20 Prozent der teilzeitbeschäftigten Erwerbstätigen keine Vollzeitbeschäftigung. 31,5 Prozent mussten wegen Betreuungspflichten einer Teilzeitarbeit nachgehen und 11 Prozent haben keine Vollzeitstelle gefunden.

Leistbare Kinderbetreuungsplätze müssen deshalb ausgebaut werden mit flexiblen Öffnungszeiten, die an die Arbeitszeiten der Eltern angepasst sind, ebenso wie Kinderkrippen und Ganztagesschulen, erklärt Binder-Maier: "Wir fordern endlich flächendeckende Maßnahmen für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Dazu gehört der Ausbau von Betreuungseinrichtungen auch für unter Zweieinhalbjährige und spezielle Mädchen- und Frauenförderungen für die Berufsausbildung bzw. zur beruflichen Neuorientierung auch in handwerklichen und technischen Berufen, damit ein Equal pay day endlich der Vergangenheit angehören kann! Gleichzeitig ist es uns wichtig, berufstätige Frauen nicht als Rabenmütter darzustellen und Männer für die Karenz zu gewinnen."

Fotohinweis: Parlamentsdirektion/WILKE