Bis 2020 Frauenanteil von 40 Prozent in Unternehmen

Frauenministerin Heinisch-Hosek fordert eine verpflichtende Frauenquote in Unternehmen. Bis 2020 soll dadurch der Frauenanteil in Aufsichtsräten auf 40 Prozent steigen. Durch den Rückenwind der von der EU-Kommission angekündigten Gesetzesinitiative soll ab Herbst „Bewegung in die Sache kommen“.

Bis 2015 soll durch eine verpflichtende Quote der Frauenanteil auf 30 Prozent in Aufsichtsräten von Privatbetrieben erhöht werden – 2020 soll dieser auf 40 Prozent steigen. Gelten soll die Quote laut Frauenministerin Heinisch-Hosek für börsennotierte Unternehmen und große Kapitalgesellschaften. In einem zweiten Schritt sollen auch Vorstände quotiert werden. "Rückenwind" erwartet Heinisch-Hosek durch eine von EU-Grundrechtekommissarin Viviane Reding angekündigte Gesetzesinitiative. Dabei soll eine EU-weite Quote für die Vorstandsetagen börsenotierter Unternehmen festgelegt werden. „Es muss sich endlich etwas bewegen. Allein mit Freiwilligkeit kommen wir nicht weiter. Die Aufsichtsräte und Vorstandsetagen sind praktisch frauenfreie Zonen“, erklärt die Ministerin ihre Forderung.

Bei Bewerbungen soll zwar weiterhin der oder die Beste eingestellt werden, liegt jedoch die gleiche Qualifikation vor, fordert die Ministerin, dass „so lange das unterrepräsentierte Geschlecht drankommt, bis die Quote erreicht ist“. Um eine Nominierung nur von Männern zu umgehen, soll bereits in den Vorschlägen eine Quotierung vorgenommen werden. Die Ministerin verweist dabei auf bereits intakte  Frauenförderung: „Der öffentliche Dienst zeigt vor, wie der Frauenanteil gesteigert werden kann, wenn bei Neubesetzungen eine Quote ernst genommen wird.“

Quote auch im Nationalrat

Ebenso spricht sich Nationalratspräsidentin Barbara Prammer für eine Quote aus. Sie möchte „als ersten Schritt“ eine verpflichtende Frauenquote von 40 Prozent im Parlament  institutionalisieren. „Langfristig müssen es natürlich 50 Prozent sein“, betont Prammer. „Wenn es nach mir geht, soll diese Quote bei der kommenden Nationalratswahl zum ersten Mal zur Anwendung kommen“, so Prammer.

Auch von SPÖ- Bundesfrauengeschäftsführerin Andrea Mautz bekommt die Ministerin Rückenwind. "Frauenförderpläne sind ein wichtiges Instrument, um Frauen in Unternehmen zu stärken", bestärkt sie die Forderung nach einer Quote. Ohne verbindliche Regelungen haben Frauen in vielen Fällen "keine echten Chancen", erklärt Mautz. Betriebliche Frauenförderung ist Teil einer modernen und effizienten Personalentwicklung und daher auch für den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens unverzichtbar. "Es ist erwiesen, dass Betriebe mit einem höheren Frauenanteil in der Führungsebene bessere wirtschaftliche Ergebnisse erzielen", betont Mautz.