Mautz: SPÖ gegen Zwangsverpflichtung bei Obsorge

VfGH für Antragsrecht, nicht für Automatik bei strittigen Trennungen

Mit seiner Erkenntnis zur Frage der Obsorge für ledige Väter ist der Verfassungsgerichtshof (VfGH) einem Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (EGMR) gefolgt. "Ledige Väter hatten bisher kein Recht, die Obsorge zu beantragen. Das soll sich jetzt ändern. Aber für uns steht fest, dass sich aus diesem Urteil keinesfalls der Regelfall der gemeinsamen Obsorge nach strittigen Scheidungen ableiten lässt", betont SPÖ-Bundesfrauengeschäftsführerin Andrea Mautz in einer Reaktion auf das heutige VfGH-Urteil.

"Ein Zwang zur gemeinsamen Obsorge ist kontraproduktiv und nicht im Sinne der Betroffenen. Denn Harmonie lässt sich nicht per Gesetz verordnen", so Mautz heute, Mittwoch, im Gespräch mit dem SPÖ-Pressedienst. "Was wir brauchen, ist ein modernes Familienrecht, das den Erfordernissen des 21. Jahrhunderts entspricht", unterstreicht Mautz, die weiter betont: "Hier ist Justizministerin Karl gefordert, gemeinsam mit der SPÖ an Regelungen zu arbeiten, die das Kindeswohl in den Mittelpunkt stellen."