Binder-Maier: Nur zehn Prozent der Personen in Teilzeit wollen diese Arbeitszeit auch wirklich

Bewusstsein für die Nachteile von Teilzeitarbeit schaffen: Weniger Lohn, weniger Pension – Frauen Zugang zu Vollzeitjobs erleichtern

SPÖ-Familiensprecherin Gabriele Binder-Maier betont heute, Montag, gegenüber dem SPÖ-Pressedienst, dass viele Frauen Teilzeit nur als Notlösung sehen. "Eine Umfrage der SPÖ Frauen hat ergeben, dass 31 Prozent der Befragten die Vereinbarkeit von Beruf und Familie als Hauptgrund für Teilzeit sehen; 71 Prozent halten es 'nicht für gut', dass so viele Frauen in Teilzeit arbeiten und nur zehn Prozent der Personen in Teilzeit wollen diese Form der Arbeitszeit auch wirklich", erklärte Binder-Maier.

Dass FPÖ und Wirtschaftskammer Kritik an der Teilzeit-Kampagne der SPÖ Frauen "Achtung Teilzeit! Halber Lohn, weniger Pension!" üben, kann Binder-Maier daher nicht nachvollziehen: "Es ist kein Geheimnis, dass viele Frauen eben nicht freiwillig Teilzeit tätig sind. Viele finden kein Auskommen mit dem niedrigen Gehalt – der Unterschied zwischen Teilzeit- und Vollzeit-Stundenlohn liegt bei etwa 30 Prozent – und erhalten später eine geringere Pension." Die SPÖ, insbesondere die SPÖ Frauen mit ihrer Vorsitzenden, Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek, setzt sich daher dafür ein, Bewusstsein für das Thema zu schaffen und den Frauen, die lieber einen Vollzeitjob hätten, den Zugang dazu zu erleichtern.

Ausschreibungen für Vollzeitjobs sollen etwa zuerst den Teilzeitmitarbeiterinnen im Unternehmen angeboten werden, bevor sie ausgeschrieben werden. Dass die Wirtschaft hier auf Freiwilligkeit beharrt, findet Binder-Maier "wenig fortschrittlich". "Hier sind die Betriebe gefragt", so die SPÖ-Abgeordnete. Weiters seien "Rahmenbedingungen wie Kinderbetreuungseinrichtungen und ganztägige Schulformen Grundvoraussetzung für echte Wahlmöglichkeiten für Frauen". Der Ausbau von qualitativ hochwertigen Kinderbetreuungseinrichtungen steht daher ganz oben auf der Agenda der Frauenpolitik.

Auch die Neuordnung der Familienbeihilfe, wie sie Heinisch-Hosek fordert, würde vielen Familien zugute kommen, so Binder-Maier in Richtung ÖAAB. Das Modell sieht eine massive Erhöhung der Familienbeihilfe auf 225 beziehungsweise 240 Euro pro Monat und Kind vor. Statt bisher 3,4 Millionen sollen künftig 4,98 Millionen Euro Familienbeihilfe direkt ausbezahlt werden.

Fotohinweis: Parlamentsdirektion/WILKE