Vorschlag der Frauenministerin für eine Familienförderung Neu

„Mein Modell hat drei Elemente: Radikales Vereinfachen der Geldleistungen, Familienbeihilfe verdoppeln und Kinderbetreuung ausbauen“ (Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek)

Wir haben in Österreich einen Dschungel an Freibeträgen und Absetzbeträgen, von denen zwei Drittel gar nicht abgeholt werden. Dieses System ist nicht nur unübersichtlich, es ist auch unfair. Mehr als eine halbe Million Kinder haben nichts von den Absetzbeträgen. Die allermeisten Vorteile können nur die nützen, die sehr viel verdienen.

Die Frauenministerin schlägt nun ein Modell vor, mit dem dieser unübersichtliche Dschungel radikal vereinfacht werden könnte.

Wenn wir die bestehenden Geldmittel und Absetzbeträge zusammenführen und neu verteilen, werden zwei wichtige Neuerungen ermöglicht:

  • Eine höhere Familienbeihilfe: 225 € für alle Kinder, und für die Größeren 240 € im Monat – damit können wir die Kinder direkt und sinnvoll unterstützen.
  • Mehr und bessere Kinderbetreuung. Denn nur so können Mütter und Väter Familie und Beruf gut vereinbaren. Dafür müssten lediglich jene Mittel, die für komplizierte Absetzbeträge reserviert waren und die niemand abholt, ausgeschöpft werden. Mit diesem Betrag könnten ein schnellerer Ausbau der Kinderbetreuung, ein Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz ab dem 1. Lebensjahr des Kindes und bundesweite Standards für Qualität und Öffnungszeiten finanziert werden.

Jeder investierte Euro in Kinderbetreuung kommt zurück – ein schnellerer Ausbau macht also auch volkswirtschaftlich Sinn: Mehr Kinder werden in einer Bildungseinrichtung betreut, es schafft Arbeitsplätze und mehr Frauen können arbeiten gehen, weil sie ihre Kinder gut versorgt wissen.

FAZIT: Es braucht ein einfacheres und gerechteres System, als wir es jetzt haben. Und das ginge recht leicht: Vereinfachen wir den Dschungel an Absatz- und Freibeträgen; erhöhen wir zum ersten Mal seit 1996 die Familienbeihilfe; und investieren wir in die Betreuung unserer Kinder.