1. Mai – Tag der Vollzeitarbeit

Heinisch-Hosek/Mautz: SPÖ-Frauen rufen am 1. Mai den "Tag der Vollzeitarbeit" aus

Aus dem „Tag der Arbeit“ wird der „Tag der Vollzeitarbeit“

„Der 1. Mai ist für uns Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten der wichtigste Feiertag. Es geht um faire Arbeitsbedingungen und um gleiche Chancen für alle. Die SPÖ-Frauen rufen am 1. Mai zum Tag der Vollzeitarbeit auf, denn nur ein Vollzeitjob sichert Eigenständigkeit und Unabhängigkeit“, so Frauenministerin und SPÖ-Bundesfrauenvorsitzende Gabriele Heinisch-Hosek gegenüber dem SPÖ-Pressedienst.

Obwohl Frauen immer besser ausgebildet sind, steigt die Teilzeitquote von Frauen in Österreich. Beinahe jede zweite Frau arbeitet Teilzeit. Das bedeutet halber Lohn und weniger Pension. Die SPÖ-Frauen machen mit ihrer Frühjahrskampagne „Achtung Teilzeit: Halber Lohn, weniger Pension“ auf die Risiken und Nebenwirkungen der Teilzeitarbeit aufmerksam.

„Teilzeitarbeit hat auf dem ersten Blick Vorteile – Frauen sind berufstätig, können Familie und Beruf unter einen Hut bringen, haben mehr Freizeit – es lohnt sich aber genauer hinzusehen“, so SPÖ-Bundesfrauengeschäftsführerin Andrea Mautz. „Wenn Teilzeitarbeit zu einer Dauerlösung wird, birgt sie Risiken für Frauen: Abhängigkeit vom Partner, Karriereknick, Armutsfalle nach Trennungen, weniger Pension.“

„Am 1.Mai informieren die SPÖ-Frauen österreichweit und nutzen die Maifeiern um auf die Risiken von Teilzeit aufmerksam zu machen“, so Heinisch-Hosek. Die SPÖ-Frauen wollen für mehr Fairness sorgen: Mit einer Informationspflicht in den Betrieben sollen Teilzeitkräfte über frei werdende Vollzeitjobs zuerst intern informiert werden. MitarbeiterInnen, die permanent mehr arbeiten, soll nach einer bestimmten Zeitdauer angeboten werden, die Regelarbeitszeit zu erhöhen. PendlerInnen, die an weniger als 10 Tagen ihren Arbeitsweg zurücklegen, sollen in Zukunft nicht um die PendlerInnenpauschale umfallen. Jede geleistete Mehrarbeitsstunde muss ausbezahlt werden oder durch Zeitausgleich abgegolten werden.

Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek hält abschließend fest: „Wir brauchen auf der einen Seite faire Bedingungen für Frauen, die Teilzeit arbeiten und auf der anderen Seite müssen wir den Umstieg auf Vollzeit erleichtern.“

Die Fakten

Der Anteil der Teilzeitbeschäftigten ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Die Arbeitszeit schafft eine Kluft zwischen Frauen und Männern. Denn Teilzeit ist weiblich. Beinahe jede zweite Frau arbeitet Teilzeit. Das bedeutet halben Lohn und weniger Pension. Teilzeit darf für Frauen aber nicht zur Sackgasse werden. All jene, die Vollzeit arbeiten wollen, sollen auch die Chance bekommen.

Frauen brauchen ein Einkommen, von dem sie leben können. Ein Vollzeitjob sichert Eigenständigkeit und Unabhängigkeit. Die SPÖ Frauen setzen sich für Rahmenbedingungen ein, die Vollzeitarbeit möglich machen.

Das Fairness-Paket zur Teilzeitarbeit

  1. Jede Mehrarbeitsstunde abgelten: Es werden pro Jahr 300 Mio. Überstunden geleistet, davon 70 Mio. unbezahlt. Und da sind natürlich auch Mehrarbeitsstunden von Teilzeitbeschäftigten dabei. Denn viele sind für 20 Stunden angestellt, arbeiten aber 25 oder 30 Stunden – und bekommen die Mehrstunden nicht ausbezahlt. Wir fordern: Jede geleistete Mehrarbeitsstunde muss ausbezahlt werden oder durch Zeitausgleich abgegolten werden.
  2. Anheben der Regelarbeitszeit: Wenn jemand permanent z.B. 4 Stunden Mehrarbeit leistet, dann soll nach einer bestimmten Zeitdauer (ein Viertel- oder ein halbes Jahr) der Arbeitnehmerin angeboten werden müssen, die Regelarbeitszeit zu erhöhen.
  3. Teilzeitkräfte über frei werdende Vollzeitjobs zuerst intern informieren. Die Informationsverpflichtung könnte im Arbeitszeitgesetz verankert werden.
  4. PendlerInnenpauschale für Teilzeit-Kräfte: Teilzeitkräfte sollen auch einen Anspruch auf PendlerInnen-Pauschale bekommen. Diese Maßnahme würde ca. 1 Milliarde Euro kosten. Derzeitige Regelung: Arbeitsweg muss an mehr als 10 Tagen im Monat zurückgelegt werden. Das soll sich ändern!
  5. Bauen wir die Familienförderung um: Wie im AK-IV-Paket! Eine Familienleistung für alle, Ausbau der Kinderbetreuung und einheitliche Standards vom Bodensee bis zum Neusiedlersee. Soll auf jeden Fall auf die Agenda der nächsten Steuerreform.

Fotos vom 1. Mai