Girls‘ Day: „Frauen dürfen sich nicht verdrängen lassen.“

Von rund 40.000 weiblichen Lehrlingen entscheidet sich die Hälfte immer noch für „typisch weibliche Berufe“ wie Frisörin, Sekretärin oder Verkäuferin. „Daher ist dieser Tag eine gute Gelegenheit, auch noch andere Möglichkeiten kennenzulernen", sagte Bundesministerin Gabriele Heinisch-Hosek anlässlich des 7. Girls' Day im Bundeskanzleramt.

Rund die Hälfte der erwerbstätigen Mädchen und jungen Frauen findet sich in nur drei Dienstleistungsbranchen: Handel, Gesundheits- und Sozialwesen sowie Beherbergungs- und Gaststättenwesen. Dem gegenüber ist der Anteil der Berufseinsteigerinnen in Handwerk und Technik nach wie vor sehr bescheiden. Die Problematik beginnt bereits in jungen Jahren: "In der Schule treten die Mädchen oft in die zweite Reihe. Daher ist es an solchen Tagen wichtig, zu reflektieren wie es einem als Mädchen oder als Frau in der Gruppe geht. Bei meiner täglichen Arbeit achte ich darauf, dass Frauen den Platz bekommen, den sie verdienen und dass sie sich nicht verdrängen lassen", sagte Gabriele Heinisch-Hosek, Bundesministerin für Frauen und Öffentlichen Dienst.


 

Auf Augenhöhe mit männlichen Kollegen
Bis heute setzen sich die Geschlechterungleichheiten bei der Wahl der Ausbildung oder des Studiums fort. "An der Technischen Universität gibt es noch immer zu wenige Frauen, die dort ein Studium beginnen. Auch in der Naturwissenschaft haben wir nicht jenen Anteil, wie es der Bevölkerung entspricht", berichtete Heinisch-Hosek. Die Ministerin ermutigte die Schülerinnen für ihre weiteren privaten und beruflichen Ziele: "In unserer Gesellschaft gibt es noch einiges an Ungleichgewicht. Wir Frauen sind aber auf gleicher Augenhöhe mit unseren Kollegen, Freunden und Partnern. Halbe-halbe sollte heutzutage selbstverständlich sein."

Was ist der Girls' Day?

Am Girls' Day besuchen Schülerinnen ihre Eltern, Verwandten oder Bekannten an deren Arbeitsplatz und bekommen so einen Einblick in deren berufliche Tätigkeit. In Österreich wird der Girls' Day bzw. Töchtertag in einigen Bundesländern bereits seit 2001 veranstaltet. Mit dem Girls' Day soll ein Impuls gesetzt werden, der eine Trendwende bei der Berufsorientierung von Mädchen unterstützt und ihnen einen neuen Blick auf die Berufswelt eröffnet.

Sozialminister Hundstorfer: Girls’ Day bietet gute Entscheidungshilfe bei Berufswahl
Rund 120 Mädchen haben beim „Girls’ Day“ das umfangreiche Programm im Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz (BMASK) genutzt. Sozialminister Rudolf Hundstorfer hat die Wichtigkeit einer gut vorbereiteten Berufswahl unterstrichen und betont: „Ich halte es für sinnvoll, dass sich junge Frauen umfassend über mögliche Berufskarrieren abseits der gängigen Berufe, wie Friseurin oder Bürokauffrau informieren. Gerade in technischen Berufen gibt es gute Jobchancen.“

Umfassendes Info-Angebot
Anlässlich des sechsten Girls’ Day wurde den Mädchen im BMASK ein umfassendes Informationsangebot präsentiert: Am Programm stand u.a. eine Vielzahl von Workshops und Vorträgen, in denen die Mädchen z.B. mehr über Berufe mit Zukunft erfuhren. Minister Hundstorfer bekräftigte, dass „eine abgeschlossene Ausbildung in einem Beruf mit guten Zukunftschancen ein guter Schutz vor Arbeitslosigkeit und Armutsgefährdung ist.“

Foto: BKA/HBF, Regina Aigner