Wurm: Druck und Chance zur Einführung einer gesetzlichen Quote wächst

"Unternehmen, denen die Chancengleichheit von Frauen egal ist, riskieren zunehmend wirtschaftliche Nachteile. Damit steigt der Druck und die Chancen auf Einführung einer gesetzlichen Quote für Frauen in Führungspositionen", ist SPÖ-Frauensprecherin Gisela Wurm überzeugt. Wie die EU-Justizkommissarin Viviane Reding bestätigt hat, können sich deutsche und österreichische Unternehmen für eine öffentliche Ausschreibung in Spanien nur mehr bewerben, wenn sie die spanische Frauenquote erfüllen, die bis 2015 bei 40 Prozent liegt. "Wir müssen hier nachziehen, denn wir sehen eindeutig, dass wir mit Freiwilligkeit nicht weiterkommen", forderte Wurm am Montag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst.

Mehrere internationale Studien beweisen, dass Unternehmen mit Frauen in den Führungsgremien wirtschaftlich erfolgreicher agieren und höhere Gewinne erzielen als Unternehmen ohne Frauen in der Chefetage. "Auch angesichts der wirtschaftlichen Nachteile, macht unsere Forderung nach einer Quote Sinn", so Wurm. Es sei eindeutig zu sehen, dass nur in jenen Staaten Fortschritte gemacht werden, die eine nationale Quote haben. Als Beispiel nennt die SPÖ-Frauensprecherin Norwegen, wo die Quote bereits wirkt – der Anteil der Frauen in den Aufsichtsräten hat sich in den vergangenen fünf Jahren mehr als vervierfacht.

Ausdrücklich begrüßt wird von Wurm, der Plan von Vivane Reding bis Sommer konkrete Vorschläge für eine europaweite Frauenquote vorzulegen. "Das und die Einführung von Frauenförderplänen in Unternehmen sind unabdingbar am Weg zu einer fairen Arbeitswelt, in der Gleichbehandlung von Frauen und Männern selbstverständlich ist", so Wurm.