Binder-Maier/Wurm: Männer haben ein Recht auf Familienarbeit

Papa-Monat wichtiger Schritt in Richtung Halbe-Halbe

Viele junge Väter wollen nicht mehr nur "Hauptverdiener" sein, sondern auch in die Erziehungs-, Familien- und Versorgungsarbeit einbezogen werden. Das stellten SPÖ-Familiensprecherin Gabriele Binder-Maier und SPÖ-Gleichbehandlungssprecherin Gisela Wurm anlässlich einer Debatte zu aktuellen familienpolitischen Themen im Familienausschuss fest.

"Wir sind gegen einseitige Rollenzuschreibungen – für beide Geschlechter. Daher unterstützen wir die Väter in ihren Forderungen nach verbesserten Möglichkeiten zur Teilnahme am Familienleben", so Binder-Maier und Wurm am Donnerstag. Nach dem einkommensabhängigen Kindergeld sei der Papa-Monat ein weiterer wichtiger Schritt, um Partnerschaftlichkeit und Kooperation in den Familien zu leben, betonten die SPÖ-Abgeordneten.

Der Erfolg des Papa-Monats lasse sich derzeit am Beispiel des Öffentlichen Dienstes beobachten, führte Binder-Maier weiter aus. Hier haben seit 1. Jänner 2011 über 200 Väter die Möglichkeit genutzt, die wichtige Anfangszeit mit ihren Kindern zu verbringen, obwohl der Papa-Monat derzeit unbezahlt ist. "Wir werden nicht nachlassen bis der Papa-Monat auch auf die Privatwirtschaft ausgedehnt wird. Männer brauchen einen Rechtsanspruch auf den Papa-Monat, um ihn auch wirklich nutzen zu können. Außerdem soll mit dem Bezug von Kindergeld im Papa-Monat auch ein finanzieller Ausgleich vorgesehen werden", so die SPÖ-Familiensprecherin.

Trotz aller Fortschritte in der Gleichberechtigung ergibt sich in vielen Partnerschaften spätestens mit dem ersten Kind wieder die traditionelle Rollenaufteilung. "Wie Studien belegen, bleiben zwei Drittel der Haus- und Betreuungsarbeit noch immer bei den Frauen", so Wurm. Dabei ist von einem Drittel der Männer bekannt, dass sie gerne in Karenz gehen würden. "Wir müssen es diesen Männern ermöglichen, den von ihnen gewählten Lebensentwurf auch leben zu können. Dafür braucht es eine breite gesellschaftliche Akzeptanz und ein Umdenken bei den Unternehmen. Denn eines steht fest: Kinderbetreuung ist keine
Frauenangelegenheit, sondern Elternsache", so Binder-Maier und Wurm abschließend.