Heinisch-Hosek: „Nur wer die Vergangenheit kennt, wird den Weg in die Zukunft finden“

20 Jahre Ariadne-Datenbank für frauenspezifische Information und Dokumentation

"Die Ariadne-Datenbank trägt dazu bei, Informationen für jene zur Verfügung zu stellen, denen die Veränderung hin zu einer geschlechtergerechten Gesellschaft ein Anliegen ist. 'Ariadne' leistet einen wichtigen Beitrag dazu, dass wir dem Ziel der Gleichstellung von Frauen und Männern näher kommen", sagte Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek gestern, Dienstag, bei der Festveranstaltung zu 20 Jahre "Ariadne" in der Österreichischen Nationalbibliothek in Wien.

Gerade im Hinblick auf den 101. Frauentag zeige es sich, dass es noch viel zu tun gebe. "Mein roter Leitfaden ist es, Frauen ein unabhängiges und gewaltloses Leben zu sichern", so Heinisch-Hosek.

Weiter skizzierte die Frauenministerin ihre drei größten Arbeitsschwerpunkte. "Frauen verdienen noch immer um ein Viertel weniger als Männer – für die gleiche Arbeit. Das ist untragbar, diese Einkommensunterschiede müssen überwunden werden. Ich setze mich daher für eine Transparenz-Offensive ein. Zweitens braucht es im Bereich 'Vereinbarkeit von Beruf und Familie' Sach- statt Geldleistungen. Mir geht es vor allem darum, die solidarischen Männer hereinzuholen, um damit die Väterkarenz auf eine breitere Basis zu stellen. Schließlich zum Stichwort Frauen in Führungspositionen: Wir brauchen die Quote auch in der Privatwirtschaft. Hier gibt es noch einiges zu tun und ich bin froh, dass EU-Kommissarin Reding hier das Tempo vorgibt", so die Frauenministerin.

Um all das zu erreichen und um im Bereich der Frauenpolitik Fortschritte zu erzielen müsse man auf dem aufbauen, was es schon gebe. "Denn nur wer die Vergangenheit kennt, wird den Weg in die Zukunft finden. Und genau hier ist die Rolle des Sichtbarmachens so wichtig. Ariadne bedeutet Sichtbarmachen von frauenspezifischer Literatur – und genau das ist ein wichtiges Element in der politischen Arbeit: Frauen haben in unserer Gesellschaft Großartiges geleistet und leisten Großartiges. Nur leider wird ihnen noch immer nicht der Stellenwert eingeräumt, der ihnen zusteht. Wir sehen, wie weit wir gekommen sind und uns wird klar, dass der Weg noch lange nicht zu Ende ist", so Heinisch-Hosek abschließend.

Die Ariadne-Datenbank ist ein frauenspezifisches Wissensportal, das seit 20 Jahren innerhalb der Österreichischen Nationalbibliothek frauenspezifische, geschlechtertheoretische und feministische Literatur sammelt, dokumentiert und digitalisiert. Sie stellt einen umfassenden Nachweis von internationaler Frauenforschungsliteratur bereit und hat deren Verfügbarkeit wesentlich erleichtert. "Ariadne" ermöglicht die serviceorientierte Informationsvermittlung für die BenutzerInnen sowie gute Vernetzungsarbeit mit österreichischen und internationalen Frauendokumentationsstellen. Die Teilnahme an internationalen Konferenzen hat den Bekanntheitsgrad von "Ariadne" kontinuierlich gesteigert

Ein besonderes Anliegen ist "Ariadne" die Verbreitung des Wissens über die Frauenbewegungen und ihrer Protagonistinnen. Die Österreichische Nationalbibliothek verfügt mit "Ariadne" über die größte österreichische Servicestelle für frauenspezifische Information und Dokumentation und ist ein unverzichtbarer Bestandteil in der österreichischen und internationalen Frauen- und Geschlechterforschung.

Fotos: HBF/Pusch